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Lokales

21. November 2017 | 05:42 Uhr

Raben Steinfeld : Er will den Michelin-Stern

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Eine Portion Selbstbewusstsein, gemischt mit eine großzügigen Menge Ehrgeiz und einer Prise Natürlichkeit: Tomy Lii-Husak ist der neue Chefkoch im Hotel und Restaurant Rabenstein.

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erstellt am 12.Apr.2013 | 11:32 Uhr

Raben Steinfeld | Eine Portion Selbstbewusstsein, gemischt mit eine großzügigen Menge Ehrgeiz und einer Prise Natürlichkeit: Tomy Lii-Husak ist der neue Chefkoch im Hotel und Restaurant Rabenstein. Der 36-Jährige bringt nicht nur neuen Schwung in die Küche, er hat auch ein ambitioniertes Ziel: den Michelin Stern.

Lange habe Tomy Lii-Husak nach einer geeigneten Wirkungsstätte für sich gesucht. In Raben Steinfeld habe er sie gefunden. "Ich hatte auch Angebote von Fünf-Sterne-Hotels. Aber ich habe mich noch nie so wohlgefühlt wie hier", erzählt er. Die Atmosphäre, die schöne Umgebung und vor allem das nette Team seien entscheidend gewesen. "Ich bin hier hergekommen und hatte sofort das Gefühl, dass das der richtige Betrieb für mich ist", sagt Lii-Husak.

Seit zwei Monaten ist er der Herr über die Kochtöpfe in dem Unternehmen am Schweriner See. Den Gästen möchte er preiswerte Küche auf Gourmet-Niveau bieten - mit frischen Produkten und ohne Konservierungsstoffe. "Man kann auch mit einfachen Zutaten tolle Sachen machen. Es muss nicht immer Hummer sein", sagt er. Mit seiner persönlichen Mischung aus Frische, ausgefallen Gewürzen, ästhetischer Darbietung der Speisen und einer natürlichen Note der Lebensmittel wolle er auch Kritiker überzeugen, so Lii-Husak. Sein Ziel: Der Michelin-Stern. "Dafür kämpfe ich."

Der 36-Jährige hat früh seine Leidenschaft für das Kochen entdeckt. "Ich stand schon mit drei Jahren in der Großküche meiner Eltern", erzählt er. Seine Mutter ist Amerikanerin, sein Vater Slowene. Beide sind gelernte Köche, so wie es schon sein Großvater und sein Urgroßvater waren. "Es ist so etwas wie Familientradition. Ich bin quasi in den Beruf hineingeboren", erzählt Lii-Husak.

Als 13-Jähriger, ein Alter, in dem slowenische Kinder auf die Berufsschule wechseln, verließ er sein Zuhause und ging nach Österreich. Dort erlernte er den Beruf als Koch und verbrachte die ersten Berufsjahre. "Mein damaliger Chef hatte vier verschiedene Restaurants - von der Gourmet-Küche bis zum Party-Service", erzählt er. Das sei eine gute Vorbereitung gewesen. Als junger Mann von 18 Jahren kehrte er zurück in die Heimat und absolvierte seine Militärzeit. Bei der Armee verfolgte er weiterhin seine Leidenschaft, kochte sogar für den slowenischen Präsidenten. Auch das sei Tradition in der Familie. Bereits sein Vater sei Leibkoch des Staatsoberhauptes gewesen. Sein Urgroßvater habe noch die Mahlzeiten für den Grafen zubereitet.

Nach seiner vierjährigen Soldatenzeit reiste Lii-Husak um die Welt, sammelte Erfahrungen in Küchen in Japan, China und Arabien. Die erste große Liebe verschlug ihn schließlich nach Deutschland. Zehn Jahre ist das her. Die Liebe, aus der eine Tochter hervorging, habe die Zeit leider nicht überstanden. Schuld sei auch der zeitintensive Beruf gewesen, so Tomy Lii-Husak. Dennoch will er weiterhin sein Geld mit Kochen verdienen. "Ich liebe den Beruf. Bei mir dreht sich alles ums Kochen. Hier kann ich mich künstlerisch austoben. Auch zuhause probiere ich viel aus", sagt er.

Sein Können gibt er gern an Andere weiter. So lehrt er Kindern und Erwachsenen das Kochen und ist als Gastdozent an einer Prager Gastronomie-Schule tätig. Einmal im Monat reist er dafür nach Tschechien. Künftig sollen seine Schüler für Praktika auch zu ihm in das Hotel und Restaurant Rabenstein kommen. Vielleicht ist Lii-Husak dann bereits Träger des Michelin-Sterns.

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