Er klopft heute an

'Hohoho' ertönt es    an der Tür:  Paul Richter hat für seinen Auftritt als Weihnachtmann bereits fleißig geübt.Josefine Rosse
"Hohoho" ertönt es an der Tür: Paul Richter hat für seinen Auftritt als Weihnachtmann bereits fleißig geübt.Josefine Rosse

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24. Dezember 2009, 08:24 Uhr

Rostock | Bei einem Kinderlachen geht sein Herz auf. Paul Richter verschenkt Freude an Weihnachten. Als Weihnachtsmann ist er an Heiligabend unterwegs, um in verschiedenen Familien die Bescherung zu begleiten. "Ich mache den Job den Kindern zu Liebe", sagt der 21-jährige Student. "Das Geld interessiert mich nicht", fügt er hinzu. Er ist durch die Agentur für Arbeit auf die Stellenausschreibung aufmerksam geworden. Jedes Jahr vermittelt die Agentur verschiedene Weihnachtsmänner in die Familien. Dieses Jahr sind 55 Männer an Heiligabend im Einsatz, um in erster Linie Kinder zu beschenken. "Bevor die Bewerber als Weihnachtsmann in die Familien gehen dürfen, führen die Damen von der Jobvermittlung allerdings eine Art Aufnahmetest durch", so Paul, der sich in der Weihnachtszeit selbst nur noch als Santa Claus bezeichnet. "Dort muss jeder beweisen, dass Kostüm, Sack und Bart vorhanden sind. Auch die sozialen Kompetenzen müssen gegeben sein", erklärt der Student. Wenn alles stimmt, erhalten die Bewerber die Kontaktdaten der Familien, die sie an Heiligabend besuchen. Bei einem Vorabgespräch erfahren sie die Namen der Kinder, Kindesalter und Information darüber, wie die Bescherung ablaufen soll. "Oft erzählen die Eltern auch, was die Kinder während des vergangenen Jahres gut gemacht haben und was sie im nächsten Jahr verbessern sollen", sagt Paul. Zwanzig Minuten Zeit hat er durchschnittlich für die Bescherung pro Familie. In einem Himmelsbuch sammelt er die diversen Wunschzettel der Kinder, damit alles geplant vonstatten geht. "In der Regel haben die Männer zehn bis zwölf Familien an Heiligabend zu besuchen", sagt Kerstin Wagner von der Jobvermittlung. "Gewünscht wird häufig ein älterer, dickbäuchiger, und vor allem großer Weihnachtsmann", fügt sie hinzu. Aber die Realität sieht meist anders aus: Häufig bewerben sich Studenten auf den Job. Bei knapp 600 Familien, die einen Weihnachtsmann buchen wollen, ist es ein schweres Unterfangen, den perfekten Weihnachtsmann nach Hause geschickt zu bekommen. "Doch auch die Jungen haben gute Weihnachtsmannqualitäten", so Wagner. Das "HoHoHo" ist einstudiert und der Bauch angegessen.

Paul Richter freut sich auf den Tag als Weihnachtsmann. "Wir haben leider keine kleinen Kinder in der Familie. Gerade die freuen sich das ganze Jahr auf Heiligabend und besonders auf die Bescherung ", sagt er.

Als Santa Claus wünscht er sich für die Feiertage in erster Linie Ruhe und Besinnlichkeit: "In dieser stressigen und schnellen Zeit sollten die Menschen auch einmal abschalten und entspannen können." Als ganz normaler Mensch ohne Kostüm und weißem Bart hingegen hat er einen ganz einfachen Wunsch: eine schöne Uhr. "Damit ich die Zeit nicht aus den Augen verliere", sagt der 21-Jährige. Mit seiner Familie feiert er abends.

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