EOP: Vorwurf Pflichtverstöße bleibt

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11. April 2010, 07:30 Uhr

Falkenhagen | Die EOP Biodiesel AG Falkenhagen kommt nicht zur Ruhe. Aus den unserer Redaktion vorliegenden Unterlagen für die Hauptversammlung am 3. Mai geht hervor, dass weder den ehemaligen Vorstandsmitgliedern noch dem ehemaligen Aufsichtsrat die Entlastung erteilt werden soll.

Das untermauert die Anzeichen, die bereits zu der Absage der ursprünglich für den 10. März geplanten Hauptversammlung führten. Als Grund für die extrem kurzfristige Absage hatte der Vorstand des Unternehmens damals in einer Presseinformation neue Anhaltspunkte für Pflichtverletzungen des ehemaligen Vorstandes und des Aufsichtsrates genannt.

Die Punkte sollten untersucht werden, Ergebnisse wurden bisher jedoch nicht öffentlich bekannt gegeben, aber in der Einladung heißt es: "Hintergrund sind ... potenzielle Pflichtverstöße, die wir in der Hauptversammlung auf Grundlage des derzeitigen Ermittlungsstandes näher erläutern werden". Die Gesellschaft wolle darüber entscheiden, "die ausgeschiedenen Vorstände zur Verantwortung zu ziehen", heißt es weiter.

Brisant ist ebenfalls, dass ein ehemaliges Vorstandsmitglied, "das sich potenziellen Haftungsansprüchen ausgesetzt sieht, nach unserer Kenntnis den Versuch unternommen hat, einen neuen Aufsichtsrat bestellen zu lassen und hierzu konkrete Personen vorgeschlagen hat". Das jedoch ist gescheitert, da das Amtsgerichte den durch die EOP-Geschäftsführung vorgeschlagenen Aufsichtsrat im März berufen hatte.

Formal sei das Vorgehen des ehemaligen Vorstandes zwar nicht zu beanstanden, aber es zeige, "dass von interessierter Seite versucht wird, nach wie vor Einfluss auf die Geschicke des Unternehmens zu nehmen", heißt es in den Einladungspapieren. Der Grund dafür scheint offensichtlich zu sein, wie aus dem Schreiben weiter hervorgeht, denn "letztlich entscheidet der Aufsichtsrat, ob eben jene Person von der EOP-Biodiesel AG auf Schadenersatz verklagt werden soll oder nicht".

Neben dem ehemaligen Vorstand soll auch der frühere Aufsichtsrat, dem unter anderem ein Pritzwalker Unternehmer und Rechtsanwalt angehören, seine Aufgaben nicht ordnungsgemäß wahrgenommen haben, hatte EOP im März verkündet.

Hintergrund könnten Auslandsgeschäfte sein, von denen sich das Unternehmen mittlerweile trennte. "So sind die Beteiligungen in Österreich vollständig vom Tisch und auch die damit verbundenen risikobehafteten Rückversicherungen sind erledigt", sagte Vorstandsvorsitzender Jörg Jacob. Die Trennung von den Beteiligungen in Lettland hatte er angekündigt.

Über 13 Millionen Euro Verlust soll EOP binnen eines Geschäftsjahres gemacht haben. Mittlerweile habe sich die wirtschaftliche Lage stabilisiert.

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