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Lokales

20. November 2017 | 16:40 Uhr

Entscheidung vertagt

vom

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erstellt am 25.Apr.2013 | 10:22 Uhr

Noch hat die regionale Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel ihre neue Planung zu Windeignungsgebieten nicht abgeschlossen, da gibt es im Bereich Pirow längst Begehrlichkeiten, sind Investoren unterwegs und machen Verträge mit Grundstückseigentümern für die Errichtung von Windkraftanlagen. Dem will die Gemeinde mit einer eigenen Planung begegnen, möchte, dass die Gemeinschaft an einem neuen Windpark partizipieren könne, beispielsweise mittels eines Bürgerwindparks. Deshalb sollte in der Gemeindevertretersitzung am Dienstagabend der Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan "Windpark Pirow" gefasst werden.

Doch dazu kam es nicht in dem übervoll besetzten kleinen Versammlungsraum im Ortsteil Burow. Nicht wegen des großen Interesses von Einwohnern der Gemeinde, sondern weil ganz offensichtlich noch zu viele Fragen offen waren, einzelnen Gemeindevertretern Informationen fehlten, gar Sorge mitschwang, mit diesem Beschluss etwas gegen das Gemeinwohl zu tun.

Hintergrund war ganz offensichtlich die Tatsache, dass die Agrargenossenschaft Pirow mittlerweile mit interessierten Landbesitzern eine GmbH gegründet hat, der Uwe Kessler vorsteht, seines Zeichens Vorsitzender der Pirower Agrargenossenschaft, gleichzeitig auch ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde. Er betonte zwar am Dienstagabend, diese GmbH-Gründung sei ein Anfang, um möglichst viele Flächen zu bündeln für einen Pool, über den man dann, auf der Basis eines entsprechendem Bebauungsplanes, als Gemeinde verfügen könne, sollten die Flächen als Windeignungsgebiete ausgewiesen werden.

Dabei gehe es nicht nur darum, das Areal sozusagen selbst zu vermarkten auch im Interesse der Gemeinde. Sondern auch darum, keinen neuen Wildwuchs an Windkraftanlagen zuzulassen, also auch darauf zu achten, dass Anwohner nicht über Gebühr belastet werden. Er selbst, so stellte Kessler klar, besitze keine Flächen in diesem Bereich, verfolge also keine persönliche Interessen. Dennoch wollen die Gemeindevertreter erst noch einmal tiefgründiger informiert werden, bevor erneut über den Bebauungsplan befunden wird.

Fakt ist aber auch, dass offenkundig schon eine Reihe von Grundstücksbesitzern entsprechende Verträge mit privaten Investoren abgeschlossen haben oder aber im Gespräch darüber sind. Auf jeden Fall wollten sich die am Dienstagabend zahlreich erschienen Zuhörer öffentlich zu ihrem Interesse an dem Thema kaum äußern. Jedenfalls gab es auf die Nachfrage des "Prignitzers" keine Antwort.

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