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Lokales

24. November 2017 | 01:06 Uhr

Entdeckungstour auf der "Deneb"

vom

svz.de von
erstellt am 10.Okt.2010 | 07:47 Uhr

Kröpeliner Tor Vorstadt | Ganz aufgeregt und mit viel Neugier schauen sich die Brüder Philipp und Paul Rein die Steuerung der "Deneb" an. Gespannt erkunden sie die Bildschirme, drücken Knöpfe und sprechen in das Funkgerät. Beim Tag der offenen Tür im Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) konnten kleine und erwachsene Besucher sowohl die Behörde als auch das Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiff "Deneb" besichtigen. 750 Gäste kamen am Sonnabend in die Neptunallee.

"Wir freuen uns sehr über die vielen Besucher", sagt Jens Schröder-Fürstenberg. Der Prozessleiter des nautischen Informationsdienstes für Seebücher am BSH und seine Kollegen sind zufrieden mit dem Ablauf des Tages. Um die 15 Führungen wurden von den Mitarbeitern angeboten, bei denen fast alle Stationen der Behörde durchlaufen wurden. So gaben die Angestellten Einblicke über die vielen verschiedenen Aufgaben am BSH. "Wir sind ein sehr großes Team und jeder hat sich in irgendeiner Form eingebracht", sagt der nautische Angestellte Udo Cimutta. Schiffsvermesser, Wracksucher, die Seekartenredaktion, die Bibliothek und viele andere Abteilungen öffneten ihre Türen für die interessierten Gäste. Dabei konnten sie erfahren, wie man Seekarten erstellt, gesunkene Schiffe untersucht und die Radioaktivität des Gewässers untersucht.

Spannend wurde es auch im Kartenarchiv. Hier liegen 44 000 Seekarten. Die ältesten sind um 1800 entstanden. "Diese historischen Dokumente sind für jedermann frei einsehbar", sagt Bibliothekarin Sabine Hartleib. Studenten und Wissenschaftler studieren regelmäßig die alten Seekarten, um Veränderungen festzustellen und so Prognosen für die Zukunft abzugeben. Höhepunkt der Führung war der Rundgang auf der "Deneb". Hier erklärte der Zweite Nautische Offizier Matthias Holm den Brüdern Philipp und Paul, was auf den Bildschirmen zu sehen ist und welche Knöpfe wozu benutzt werden.

"Mein Papa hat das Schiff gebaut", sagt der fünfjährige Paul stolz. Sein Vater Thomas Rein lächelt und klärt auf: "Ich war 1994 Arbeiter bei der Peenewerft und habe an der Deneb mitgebaut." Es sei ungewohnt, nach so vielen Jahren wieder auf das Schiff zu kommen. Der Wolgaster nutzte den Tag der offenen Tür im BSH, um seinen Söhnen das Schiff zu zeigen. Und für Paul steht jetzt schon fest: "Hier möchte ich auch mal arbeiten."

Eine Station weiter zeigte Mathias Hollmichel die verschiedenen Sonaranlagen, mit deren Hilfe Hindernisse wie alte Wracks auf dem Meeresboden entdeckt werden. "Einmal haben wir eine schwebende Blockierung aus DDR-Zeiten geortet", sagt Hollmichel. Miteinander verbundene Tonnen sollten Schiffe am Passieren hindern. "Große Schätze wie Goldmünzen waren leider noch nicht dabei."

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