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Santa Claus aus Warnemünde : Enger Draht zum bärtigen Alten

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Die neunjährige Annsophie lebt Tür an Tür mit dem Weihnachtsmann. Opa Gerd Kühne war jahrelang Rostocks Knecht Ruprecht.

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erstellt am 25.Dez.2015 | 18:04 Uhr

Ein Heiligabend ohne Weihnachtsmann – das ist für Annsophie Sommer undenkbar. Zwar glaubt die neunjährige Warnemünderin nicht mehr an dessen Existenz, dennoch besteht sie auf dem Besuch des Bärtigen. Und das aus gutem Grund, denn inzwischen weiß das Mädchen, dass ihr Opa lange der Rostocker Weihnachtsmann gewesen ist. Gert Kühne hatte zu DDR-Zeiten für den Veranstaltungsdienst als Vorgänger von Falk Petersen den bärtigen Alten gespielt. Im Gegensatz zu anderen Kindern genießt Annsophie den Vorteil, mit dem Weihnachtsmann unter einem Dach zu leben. „Mein Opa ist einfach der Beste“, schwärmt die Enkelin.

Früher hat sich Annsophie jedes Jahr riesig auf den Weihnachtsmann gefreut. Sich aber manchmal schon gewundert, dass Knecht Ruprecht immer genau den Moment abpasste, in dem ihr Opa angeblich im Keller, bei Freunden oder zum Einkaufen fort war. Später hatte sie ihm immer vorgeschwärmt, wie toll der Weihnachtsmann gewesen ist.

Manchmal machten Pannen das Mädchen stutzig. So lag einmal ein roter Mantel im Gartenhaus der Großeltern oder auf der Terrasse. Oma Marion hatte dafür meist eine Erklärung parat: „Das ist eben ein frecher Schlingel, der trinkt irgendwo in der Nähe ein Bier oder einen Glühwein und verliert ihn“, flunkerte sie.

Ein anderes Mal wunderte sich Annsophie, über den Verbleib des selbstgemalten Bildes und der Kekse, die sie dem Weihnachtsmann geschenkt hatte: „Als er weg war, standen die Kekse bei Oma und Opa“, erzählt sie. Tröstend meinte die Mutter, dass der Bärtige das Gebäck wohl vergessen habe.

Als Annsophie größer wurde, beschlichen sie auf dem Warnemünder Weihnachtsmarkt erste Zweifel: „Der Weihnachtsmann hatte die gleiche Stimme wie Opa“, meinte sie. Später am Heiligabend fiel ihr dies schon wieder auf. So beschlossen der Weihnachtsmann-Opa und die Mutter, dass das Mädchen erfahren sollte, wer er wirklich war.

Vor zwei Jahren fragte der bärtige Alte die Enkelin: „Willst Du mir beim Ausziehen des Mantels helfen?“ Unter dem Bart, dem Mantel und der Mütze kam Opa Gert zum Vorschein. Das Geheimnis war gelüftet.

Für Annsophie kein Problem: „Er soll immer kommen“, sagt sie. Sonst fehle der kleinen Weihnachtsromantikerin etwas Wichtiges. Das gehöre zum Fest wie das erzgebirgische Essen mit Sauerkraut, Bratwurst und Kartoffeln. Und immer wenn der vermeintliche Weihnachtsmann kommt, spielen alle beim Auftritt die Ahnungslosen und amüsieren sich königlich, während sich alle über die Geschenke freuen, die Opa Gert gebracht hat und künftig bringen soll.

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