Energieholz: Nachfrage steigt

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16. November 2010, 06:20 Uhr

Gadow/Krampfer | Unter den regenerativen Energieträgern gewinnt in jüngster Zeit Holz an Bedeutung. "Der Rohstoff wird knapper und neben dem Schwerpunkt Biogas wird auch die Produktion von Energieholz gefördert", sagt Gadows Oberförster Holger Galonska.

In der Prignitz gibt es mehrere Versuchsanbauflächen, mittelfristig sollen hier auf 1000 Hektar Energieholz angebaut werden. Bei Wustrow hat die Oberförsterei plantagenmäßig Weide, Pappel und Rubinie angepflanzt. "Drei bis sechs Jahre lassen wir sie wachsen, häckseln die Bäume und verarbeiten des Holz zu Hackschnitzeln oder Pellets", sagt Galonska. Derzeit liege der Ertrag bei etwa 20 Tonnen pro Hektar.

Die Mutterquartiere zur Gewinnung von Stecklingen wurden vor fünf Jahren in Zusammenarbeit mit der Forschungsanstalt des Landeskompetenzzentrums Forst in Eberswalde angelegt. Pappeln und Weiden kommen als Steckhölzer in den Boden, daraus entwickelt sich der Energiewald.

Nach dem Abhäckseln wachse er wieder nach. Zwar seien die ausgewählten Baumarten relativ anspruchslos, dennoch spricht Galonska von "enormen Ausfällen". Vor allem längere Trockenperioden, Wild und Pilzbefall hätten den Bäumen geschadet.

Noch sei in der Region kein Markt vorhanden, dafür sei das Holzangebot zu gering. Doch das wird sich ändern, ist Galonska überzeugt. "Wir beraten Landeigentümer und landwirtschaftliche Betriebe, die Nachfrage nach Steckhölzern steigt spürbar", so der Oberförster. Ein Beispiel ist der Landwirt Albrecht Wilamowitz.

Und nicht nur in der Prignitz, auch landesweit sollen die Anbauflächen für Energieholz deutlich ausgeweitet werden. Das Potenzial ist groß. Nach Angaben von Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (Linke) könnten aus den bisher rund 700 Hektar Fläche, auf denen Energieholz wächst, auf lange Sicht 100 000 Hektar werden. Das gehe aus Untersuchungen der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung in Eberswalde hervor. Bis zum Jahr 2020 erwartet die Landesregierung den Angaben zufolge zunächst eine Vergrößerung der Fläche für Energieholz auf etwa 10 000 Hektar.

Hintergrund: Holz als vielfältiger Energielieferant

Holz wird vor allem als Kaminholz und als Hackschnitzel und Holzpellets zur Wärmegewinnung eingesetzt aber auch zur Stromerzeugung in Kraftwerken. Eine Hauptquelle sind Kurzumtriebskulturen – Anpflanzungen von schnellwachsenden und stockausschlagfähigen Baumarten wie Weiden, Aspe, Robinie, Schwarzerle und insbesondere Pappelhybride. Kurzumtriebskulturen werden über einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren mehrmals abgeerntet, wobei die Umtriebszeiten zwei bis zehn Jahre betragen. Nach der Ernte treiben die Wurzelstöcke wieder aus.
Quelle: Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft

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