Expansion in die USA : Energiedübel aus Wismar erobern Übersee

Energie der Zukunft zum Anfassen - die kleinen Holzpresslinge  aus nachwachsenden Rohstoffen sind umweltfreundlich und  liefern damit 'grünen Strom'. Fotos: Zeigert
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Energie der Zukunft zum Anfassen - die kleinen Holzpresslinge aus nachwachsenden Rohstoffen sind umweltfreundlich und liefern damit "grünen Strom". Fotos: Zeigert

Die German Pellets GmbH aus Wismar will ihre Produktionskapazitäten in den USA ausbauen. Dazu entsteht in Urania, im Norden von Louisiana, ein weiteres Werk. Geplant ist die Produktion von einer Million Tonnen pro Jahr.

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04. Mai 2013, 12:37 Uhr

Dass die dübelgroßen Presslinge aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz einmal in so rasanter Weise nicht nur den europäischen, sondern auch den Markt in Übersee erobern, das hatte wohl niemand zu träumen gewagt. Denn erst 2005 wurde das Wismarer Stammhaus, die German Pellets GmbH (GP) sprichwörtlich auf der grünen Wiese am hansestädtischen Industriegebiet Haffeld gegründet.

Wie das Unternehmen nun mitteilt, will es seine Produktionskapazitäten in Nordamerika ausbauen. Dazu entsteht in Urania, im Norden des Bundesstaates Louisiana, ein weiteres Werk. Geplant ist die Produktion von etwa einer Million Tonnen pro Jahr. Der Baustart soll schon jetzt erfolgen und bereits ein Jahr später die Produktion anlaufen. Wie das Unternehmen weiter mitteilt, erfolgt inzwischen die Inbetriebnahme des ersten Werkes in Woodville, Bundesstaat Texas.

Bereits im Herbst 2011 gab es Bekundungen des Unternehmens zum Expandieren nach Übersee. Basis dafür sind die reichen Holzvorkommen. "Das hohe Rohstoffaufkommen macht Nordamerika für uns attraktiv", erklärte damals Firmenchef Peter Leibold. Begünstigt wurde dies zusätzlich durch Reduzierung beziehungsweise Standortaufgabe dort ansässiger Papier- und Zellstoffproduktionen. Mit verschiedenen Waldbesitzern seien bereits Lieferverträge geschlossen. Zudem verfüge Nordamerika über viele Fachleute, die aus der Holzindustrie stammen.

In Europa hat sich German Pellets längst zum führenden Hersteller dieser neuen Energieform entwickelt. Produziert wird inzwischen an 14 Standorten in Deutschland und Österreich mit zusätzlichen Einstreuprodukten für die Tierhygiene. Auch in Italien verstärkt GP seine Präsenz. Die neu gegründete German Pellets Italia will im Norden des Landes Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung durch Pellets errichten und betreiben. "Der weltweite Pelletbedarf steigt, insbesondere in Europa. Das macht den Bau großer Produktionskapazitäten notwendig", so Geschäftsführer Leibold weiter. Stark steigend sei zudem die Nachfrage aus dem europäischen Kraftwerksmarkt zur Erzeugung von Strom und Wärme aus Holzpellets. Ebenso wächst die Nachfrage nach Heizpellets bei Privatverbrauchern und Großkunden, beispielsweise zur Wärmeversorgung von Krankenhäusern, Schulen, Gewerbe und In dustrie.

Im Trend sei auch, dass immer mehr Kohlekraftwerke auf nachwachsende Rohstoffe umrüsten. Deshalb wächst in Belgien, in den Niederlanden und Dänemark die Nachfrage nach alternativen Heizmitteln wie diese besonders deutlich. Für den Transport der Produkte auf dem Seeweg nach Europa nutzt German Pellets - wie auch für das Werk in Woodville - den Hafen von Port Arthur am Golf von Mexiko. In dem Tiefwasserhafen stehen dazu Lager- und Verlade-Einrichtungen zur Verfügung.

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