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Strom reicht für alle Haushalte der Stadt : Energie aus Zipfelmützen in Warin

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Der Wariner Ortsteil Mankmoos hat sich zum Stromlieferanten gemausert. Drei Landwirtschaftsbetriebe speisen mit ihren Biogasanlagen insgesamt 1,25 Megawatt ins Energienetz.

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erstellt am 20.Jul.2011 | 07:15 Uhr

Warin | Der Wariner Ortsteil Mankmoos hat sich zum Stromlieferanten gemausert. Drei Landwirtschaftsbetriebe speisen mit ihren Biogasanlagen insgesamt 1,25 Megawatt ins Energienetz. "Diese drei Anlagen liefern mehr Strom, als die Wariner Haushalte verbrauchen", erklärt Wolf-Dietmar Vetter, Geschäftsführer der Wariner Pflanzenbau e.G. Auf Vetters Betriebshof ist gerade eine 500-Kilowatt-Anlage ans Netz gegangen, die Energie für 1250 Haushalte erzeugt.

Vetter zeigt auf weitere "Zipfelmützen", wie er die Bottiche von Biogasanlagen mit ihrer an Mützen erinnernden Dachform nennt. Ein Landwirtschaftsbetrieb hat ebenfalls eine 500er-Anlage gebaut, in der aus der Gülle aus dem Rinderstall und Mais Strom wird. Auf dem Hof dessen Nachbarn steht eine halb so leistungsstarke Biogasanlage.

Das Besondere an der neusten Biogasanlage in Mankmoos: Sie liefert nicht nur Strom, sondern auch Wärme. Damit werden drei Betriebswohnungen und die Werkstatt der Pflanzenbau e.G. sowie zwei weitere Betriebe in Mankmoos geheizt. Dazu gehören auch die Ställe eines Hähnchenmastbetriebes. "Im Winter reicht das bis minus zehn Grad", sagt Vetter.

Die Pflanzenbauer setzen zur Energieerzeugung Gülle eines Wariner Schweinemastbetriebes und den Mais von den eigenen Feldern ein. Beim Vergären entsteht neben dem Gas für die Energieproduktion ein Substrat zur Düngung, das anders als die Gülle nicht mehr stinkt, aber die Nährstoffe enthält. Stickstoff, Kalium, Magnesium, Phosphor - all das, was der Mais bei seinem Wachstum aufgenommen hat, - kommt zu 95 bis 98 Prozent wieder auf den Acker. "Das haben wir bei keiner anderen Produktionsrichtung", sagt Wolf-Dietmar Vetter. Er spricht von einer echten Kreislaufwirtschaft. Von Vorteil sei, dass der Mais auch auf mageren Sandböden wächst. Der Betrieb kann Acker für die Energiegewinnung nutzen, der vor zehn Jahren wegen der europaweiten Flächenstilllegung brach lag.

Für die neue Biogasanlage benötigen die Pflanzenbauer den Mais von 200 Hektar Fläche. Das sind sieben Prozent der gesamten Anbaufläche. Da sie auch verkaufen, bauen sie auf zwölf Prozent ihrer Flächen Mais an. Bei diesem Anteil gebe es keine Probleme mit der Fruchtfolge, sagt Vetter. Als Alternative könnten später möglicherweise auch Zuckerrüben für die Energiegewinnung eingesetzt werden. Daran wird zur Zeit intensiv geforscht. Um auch in Jahren mit schlechter Ernte genügend Nachschub für die Biogasanlage zu haben, wurde ein großes Silo errichtet, in dem Energie-Mais für anderthalb Jahre gelagert ist. Der Pflanzenbaubetrieb hat sich mit der Anlage ein weiteres Standbein geschaffen.


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