Endlich: Erste Dachplatten für Hoffmanns Hotel

Groß war das Interesse, als der Altstadtverein einen Blick in die Brandruine gewährte und sein Projekt erstmalig vorstellte. Privat
Groß war das Interesse, als der Altstadtverein einen Blick in die Brandruine gewährte und sein Projekt erstmalig vorstellte. Privat

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03. Dezember 2010, 08:06 Uhr

Perleberg | Jetzt soll auch zu sehen sein, dass sich an Hoffmanns Hotel was tut, betont Stefan Kunzemann vom Altstadtverein. Der Verein, unterstützt von der AG Stadtgestaltung und Helfern, hat sich auf die Fahnen geschrieben, das stadtbildprägende Einzeldenkmal, das durch einen Brand Anfang des Jahres erheblich in Mitleidenschaft gezogen wurde, zu sichern und es schrittweise wieder einer Nutzung zu zuführen.

Wie nun weiter, darüber berieten am Donnerstagabend knapp zehn Enthusiasten. Termine, wann, was für eine Notsicherung erfolgen sollte, standen bereits im Oktober fest. Für Außenstehende ersichtlich passierte bis dato jedoch nicht viel, außer dass sich der Schuttcontainer vor dem Haus füllte.

Mittlerweile ist der Dachbereich des Vorderhauses vom Brandschutt beräumt. Doch die Plane, die sich schützend übers Haus erstrecken sollte, lässt weiter auf sich warten. "Sie wird auch nicht kommen", so Kunzemann. Statt für eine nicht effiziente Lösung Geld und Kraft zu investieren, von dem man beides nicht genug habe, habe man sich nun für eine "statisch nachweisbare Notsicherung", wie es Kunzemann formuliert, entschieden. Im Klartext: Statt eines Daches nach historischem Vorbild wird "moderner Ingenieurbau praktiziert, sprich aus Bohlen, Nägeln und Wellbitumenplatten hier ein Provisorium, das auf Jahre ausgelegt ist, entstehen", umreißt Kunzemann das geänderte Konzept. Damit wäre zugleich ein Standsicherheitsnachweis gegeben, den man bei der Beantragung einer Teilnutzung benötige.

Rund 1000 Euro hat der Verein durch Spenden für die Sicherung von Hoffmanns Hotel bisher auf dem Konto. "Zweidrittel der benötigten Dachplatten können wir davon bezahlen und somit beginnen", fügt Kunzemann an. Los geht es auf der linken Seite des Vorderhauses, "denn hier ist der Dachstuhl nicht beschädigt, können wir sofort eindecken". Noch im Dezember soll dieser Dachbereich dicht sein. "Und dafür benötigen wir vor allem auch Handwerker, die uns unterstützen", so Kunzemann.

Erste Hilfe gibt es ab Montag. Fünf Ein-Euro-Jober hat die Arge genehmigt, die die Beräumung des Vorderhauses in Angriff nehmen werden. Konkret gehe es darum, "alles zu entfernen, was das Wasser im Gebäude hält, wie den alten Teppichboden und dergleichen, damit das Haus atmen kann". Mit der Handwerkskammer und IHK sei die Maßnahme abgestimmt.

Der Dachstuhl der rechten Vorderhausseite muss neu gemacht werden. "Wir haben eine großzügige Holzspende in Aussicht. Davon abhängig ist natürlich, wann hier mit der Eindeckung begonnen werden kann", fügt Stefan Kunzemann an. Er macht kein Hehl daraus, dass es schwierig sei zu vermitteln, dass jede Spende dem Verein, nicht dem Besitzer des Anwesens hilft. Insofern seien beide Seiten auch daran interessiert, über einen Pachtvertrag das zu regeln. Ein solcher sei in Vorbereitung.

Hinsichtlich einer künftigen Nutzung hätten bereits Vereine Interesse bekundet, so der Fluss e. V. und der Altstadtverein selbst.

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