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Hansa: Lucas Albrecht atmet auf : "Endlich ein Erfolgserlebnis!"

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Als "jungerwachsene Granate", auf die sich die Kicker des FC Hansa freuen dürfen, hat ihn diese Zeitung dereinst besungen. Doch bei den Profis bekleidete Lucas Albrecht bislang nur eine Nebenrolle. Das soll sich ändern.

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erstellt am 29.Mär.2011 | 11:53 Uhr

Rostock | Als "jungerwachsene Granate", auf die sich die Drittliga-Fußballer des FC Hansa freuen dürfen, hat ihn diese Zeitung dereinst besungen. Doch bei den Profis bekleidete Lucas Albrecht bislang nur eine Nebenrolle. Das soll sich ändern.

Bei den A-Junioren war der Angreifer vorige Saison mit 17 Treffern der Knipser vom Dienst - und nicht von ungefähr auch im Finale der Deutschen Meisterschaft bei Bayer Leverkusen derjenige, der das goldene Tor zum Titel produzierte. Bis zum nächsten Treffer aber sollten neun Monate vergehen...

Im Männerbereich war von Lucas Albrecht Geduld verlangt. Ganze dreimal durfte er bislang in der 3. Liga von Beginn an stürmen (0:3 beim VfB Stuttgart II, 3:1 in Jena, 2:1 gegen Heidenheim). Volle 90 Minuten waren ihm lediglich zweimal im Landespokal vergönnt: "beim" Rostocker FC (1:0) und zuletzt im Viertelfinale gegen Pampow. Hier gelang dem 1,93-m-Schlaks endlich das erste Tor bei den "Erwachsenen", als er in der 87. Minute allein auf Keeper Frank Jahnke zulief und überlegt zum 3:0-Endstand einschob. "Ich habe es noch nicht verlernt. Endlich mal wieder ein Erfolgserlebnis", freute er sich. "Nun soll es so schnell wie möglich auch in der Liga klappen. Bisher hat das Quäntchen Glück gefehlt. Ich hoffe, dass ich es jetzt wiederfinde!"

Es wurde allerdings auch Zeit, dass der Knoten platzt, denn der 20-Jährige hatte bereits zum 26. Mal Anlauf genommen (er steht bei 19 Punktspielen in der Profi-Truppe zuzüglich der genannten beiden Einsätze im Pokal sowie fünf Partien für die "Zweite" in der Oberliga).

In der 3. Liga verbrachte Albrecht fast haargenau nur ein Fünftel der möglichen Zeit auf dem Platz, 524 von 2610 Minuten. Doch er führt keine Klage: "Für die eigene Leistung ist jeder selbst verantwortlich. Ein Stürmer soll Tore schießen, daran wird er gemessen, und wenn das nicht so ist, muss er sich hinten anstellen. Das macht keiner gern. Ich sehe mich selbstkritisch, muss an dem arbeiten, was mir noch fehlt. Dazu gehören auch ein bisschen die Erfahrung und Routine. Mit der Anzahl meiner Einsätze bin ich aber zufrieden. Nur was die Tore betrifft, hätte ich mir mehr erhofft."

Manchmal, schaut der gebürtige Neubrandenburger auf seine lange Durststrecke zurück, sei er schon ins Grübeln gekommen, "auch wenn man das nicht sollte. Es bringt nichts, wenn man verzagt, sich zuviele Gedanken macht. Man muss locker bleiben, denn wenn man verkrampft, klappt es erst recht nicht. Ich habe versucht, mir im Training die Erfolgserlebnisse zu holen. Und es war ja noch nicht so, dass ich total deprimiert zu Hause saß."

Wer weiß, ob das Talent nicht sogar am Sonnabend auch im zweiten Duell mit Jena für einen Platz in der Start-Elf in Frage kommt. "Lucas ist wieder ein Stück näher rangekommen", sagt jedenfalls Coach Peter Vollmann und erläutert: "Es gibt die tendenzielle Überlegung, eine zweite Spitze mit reinzunehmen, zumal einer der beiden Sechser wegfallen würde, sollte ich Kevin Pannewitz in der Innenverteidigung einsetzen." Wovon auszugehen ist...

Der Stürmer bleibt gelassen: "Das muss der Trainer entscheiden. Ich habe sehr gute Erinnerungen an das Hinspiel (da scheiterte er zweimal nur knapp am stark haltenden Torwart Carsten Nulle - d. Red.). Wenn ich reinkommen sollte, würde ich alles geben."

Für die verbleibenden neun Partien nimmt sich Lucas Albrecht einiges vor: "Es läuft sehr gut. Niemand hätte gedacht, dass wir da oben stehen. Das Wort Aufstieg hat lange keiner in den Mund genommen, und es ist auch noch ein großer Schritt. Aber jetzt sollten wir die Tür auch aufstoßen. Ich selbst möchte in den restlichen Spielen auf soviele Einsätze wie möglich kommen - und noch in dieser Saison einen Torerfolg genießen!"

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