Ende der Sanierung in Sicht

Auf  Balken wurden alte Malereien entdeckt.Behnk
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Auf Balken wurden alte Malereien entdeckt.Behnk

Die Sanierung der Groß Eichsener Johanniterkirche neigt sich dem Ende entgegen. Im November könnte der dritte und vorerst letzte Bauabschnitt abgeschlossen werden.

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17. September 2009, 10:53 Uhr

Groß Eichsen | Mächtig hebt sich der Turm der Johanniterkirche zwischen Baumkronen empor, so dass Reisende ihn schon auf ihrem Weg von Mühlen Eichsen nach Groß Eichsen erblicken. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde das Gotteshaus vom Johanniter-Orden errichtet. Teile wurden ergänzt und erweitert, Ende des 17. Jahrhunderts ein reich verzierter Altar erbaut und im 18. Jahrhundert eine Barockorgel installiert. Doch das Bauwerk wurde immer mehr dem Verfall preis gegeben. Doch als 1983 das Dach der Kirche doch noch gedeckt und so weiterer Schaden vermieden werden konnte, ging es wieder bergauf.

Seit 1994 kümmert sich ein Förderverein um den Erhalt und die Sanierung der Groß Eichsener Kirche. Etwa 355 000 Euro sind so mit Unterstützung von Stiftungen und der Akquise von Fördermitteln in das Bauwerk, den Altar und die Orgel geflossen. Inzwischen ist der dritte Bauabschnitt erreicht und ein Ende der Arbeiten in Sicht. "Bis November dürfte größtenteils alles erledigt sein", sagt Dagmar von Plessen, die Vorsitzende des Fördervereins. Einige kosmetische Arbeiten werden noch übrig bleiben. So müssen die Eingangstüren neu gestrichen werden und auch der Innenraum wird einen Anstrich brauchen.

Doch derzeit sind Dachdecker, Zimmerleute und Maurer noch schwer beschäftigt, Zeichen der Zeit verschwinden zu lassen. So haben die Zimmermänner der Neumühler Bauhütte etliche vermoderte Balken des Dachstuhles erneuert. "Das Hauptdachgebinde wurde um 60 Zentimeter angehoben. Das war eine besondere Leistung", lobt Dagmar von Plessen. In der Nordhalle wurden bemalte Deckenbretter und -balken entdeckt, die erhalten werden. Außerdem wurden an der Nordhalle sämtliche Aufschieblinge - Keile, die dem Dach eine besondere Form im Traufbereich geben - wurden erneuert. Teilweise konnten die Zimmerer um Vorarbeiter Sven Bergmann alte Balken erhalten und nur vermoderte Teile austauschen. Gut zu erkennen sind diese Stellen an mächtigen Stahlschrauben. Ansonsten ist der Dachstuhl noch auf historische Art mit Zapfverbindungen und Holznägeln verbunden.

Auch auf dem Dach wird mit Hochdruck und historischem Baumaterial gearbeitet. Mitarbeiter der Bedachungsgesellschaft Grevesmühlen hatten einen Großteil der etwa 100 Jahre alten Ziegel - traditionelle Biberschwänze - abgenommen, gereinigt und auf Haarrisse kontrolliert. Jetzt werden die intakten Biberschwänze wieder aufgelegt und mit Mörtel verklebt.

Wegen des beschädigten Kirchendaches hatte es nicht nur jahrelang in das Gebäude geregnet, die Last des vor sich hin modernden Dachstuhls hatte auch auf die Wände gedrückt und sie teilweise verschoben. "Es hatten sich Risse gebildet und teilweise finden sich im Übergang zum Dach auch richtige Auswölbungen im Mauerwerk", sagt Dagmar von Plessen. Auch diese Schäden werden derzeit behoben. Viele Meter Fuge werden von Maurern der Neumühler Bauhütte gefüllt.

Sie alle hoffen, dass der Herbst mit Regen und Stürmen noch ein paar Wochen auf sich warten lässt, damit der dritte Bauabschnitt der Kirchsanierung wie geplant abgeschlossen werden kann.

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