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Lokales

20. November 2017 | 10:42 Uhr

Empfang für den Champion

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erstellt am 28.Okt.2010 | 07:19 Uhr

Rostock | Das Szenario der Welcome-Party am gestrigen frühen Abend im Rostocker HCC für Ironman-Vize-Weltmeister Andreas Raelert und Agegrouper Michael Tesch hätte nicht besser entworfen werden können. Die Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur, von Hauptsponsor Erdinger Alkoholfrei und Sportvereinen der Hansestadt fühlten sich wahrlich auf den 9. Oktober, den Tag der Entscheidung auf Hawaii, zurückversetzt.

Mitschnitte des dramatischen Zweikampfes zwischen dem 34-Jährigen vom Triathlon-Club FIKO Rostock und dem Australier Chris McCormack flimmerten über die Leinwand, zeugten von den übermenschlichen Anstrengungen des Duos im Kampf um den WM-Titel auf Big Island. Das war Gänsehaut pur. Beifall brandete auf, als der Matador der 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen das HCC betrat und viele Glückwünsche entgegennahm.

"Andy" war sichtlich gerührt, wurde von Fragen überhäuft und zeigte sich um keine Antwort verlegen.

Vieles drehte sich um die Endphase des Rennens, als der Rostocker zum Australier aufschließen konnte, das Duo sich unterhielt und sich die Hände schüttelte. ",Egal, wie das hier und heute ausgeht, du bist auf alle Fälle ein Champion - viel Erfolg waren seine Worte", erinnert sich Andreas.

Der Ausgang ist bekannt: 1,5 km vor dem Ziel in Höhe der mit einem Gefälle von zehn Prozent ausgestatteten Palani Road verlangte der Rostocker nach Cola und Wasser, während "Macca", wie ihn seine Freunde nennen, diesen Abschwenker zum entscheidenden Antritt nutzte. Kommentar von An-dreas auf die Frage, ob er heute - mit einigem Abstand - etwas anders gemacht hätte: "Was wäre, wenn - das ist nicht mein Ding im Nach-hinein. Für mich war es ein nahezu perfektes Rennen. ,Macca; war an diesem Tag einfach der Bessere. Natürlich habe ich wiederum einiges hinzugelernt."

Michael Wulf, Stellvertreter des FIKO-Präsidenten Jens Schweder und Andys "Ziehvater", war des Lobes voll über Andreas Raelert und auch Michael Teschs 78. Rang: "Beide haben für den Verein und die Hansestadt alle Ehre eingelegt. Meine grenzenlose Hochachtung vor allem für Andreas, der über Jahre auf der Kurzstrecke mit zwei Olympia-Teilnahmen und nun als ,Eiserner mit enormer Disziplin die extremen Umfänge bewältigt. Er ist einfach ein toller Mensch. Ich bin stolz, dass ich ein Freund dieses fairen Sportsmannes sein darf."

Apropos Fairness: Gerade die zeichnet die Triathleten aus. Da gibt es keinen Futterneid, keine versteckten Fouls. Das Beispiel lieferte der "kleine" Raelert, wie McCormack berichtete: "Eine tolle Sache war, dass mir Michael Raelert an der Ecke des Queen K Highway die Split-Zeiten der Verfolger zugerufen hat. Das hätte er nicht machen müssen." Gerade wegen solcher Gesten sind die Raelert Brothers Vorbilder für die Jugend!

Von der Atmosphäre auf Hawaii ließ sich auch Michael Tesch anstecken: "Für mich stand ja mehr die emotionale Seite im Mittelpunkt. Es war einfach überwältigend, Mitglied der Ironman-Familie gewesen zu sein. Ich werde noch einmal versuchen, die Qualifikation zu schaffen. Das aber sicher nicht 2011."

Stichwort 2011 - Pläne für das kommende Jahr. Dazu Andreas Raelert: "Da steht der Doppelstart mit Michael an. Es wäre schön, wenn wir als erstes Bruderpaar auf Podestplätzen Geschichte schreiben könnten. Die Planung kommt später. Jetzt lenken wir den Fokus erst mal auf die Verteidigung von Michas 70.3-WM-Titel am 13. November in Clearwater."

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