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Lokales

20. November 2017 | 23:53 Uhr

Eltern in Stellung gegen Kita-Gesetz

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erstellt am 01.Jun.2010 | 07:56 Uhr

Schwerin | Sie kommen spät, aber sie kommen: Mit dem Credo "Mehr Einsatz für Kitas in Mecklenburg-Vorpommern" haben sich Eltern, unterstützt von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), zum Aktionsbündnis "AbKita" zusammengetan. Gestern am Weltkindertag stellten zwei Vertreter die Initiative und deren wichtigstes Anliegen "Bildung ab Kindertagesstätte" (AbKita) im Schweriner Schloss vor. Weniger als drei Wochen vor der öffentlichen Anhörung zum neuen Kindertagesförderungsgesetz (KiföG) konstatiert der Schweriner Christian Feldmann, Initiator des Elternbundes MV: "Der Gesetzentwurf betrifft nicht nur die die Kitas, sondern vor allem die Eltern und Kinder unseres Landes - darum sollten wir dabei aktiv mitgestalten."

Seine Mitstreiterin Peggy Lehm, Sprecherin des Aktionsbündnisses, hatte bereits von Amts wegen mit der Gesetzesnovelle zu tun. An der Hochschule Wismar wirkte die gelernte Erzieherin und studierte Wirtschaftsjuristin als Mitarbeiterin von Prof. Dr. Sabine Mönch-Kalina an der zweiten Effektestudie zum KiföG mit - im Auftrag des Sozialministeriums. Die Erkenntnisse seien in der Gesetzesnovelle nicht berücksichtigt worden, sagt Peggy Lehm und nennt als wichtigstes Beispiel das unbefriedigende Verhältnis von Erzieherin zu betreuten Kindern. Es beträgt in der Krippe 1:6, im Kindergarten 1:18, im Hort sogar 1:22. Seit langem setzen sich Gewerkschaft und Kita-Träger für Verbesserungen ein, nun auch das Aktionsbündnis. Darüber hinaus fordert es flexiblere Kita-Öffnungszeiten und eine einheitliche soziale Staffelung von Elternbeiträgen im Land.

Christian Feldmann geht noch einen Schritt weiter: "Wenn Bildung in der Schule kostenfrei zu haben haben ist, warum dann nicht in der Kindertagesstätte", fragt er. Eine Forderung des Elternbundes lautet denn auch: Langfristige Schaffung einer beitragsfreien Kita bis 2016. Elternbeitragsfrei. "Die Politik muss sich Gedanken machen über die Priorität des Themas Kinder", betont Christian Feldmann und regt Umschichtungen im Landeshaushalt an.

Für den 12. Juni laden Elternbund und Aktionsbündnis nach Rostock zum 1. Kitaforum Mecklenburg-Vorpommern ein. Dort soll ein Landeselternrat Kita gegründet werden. Bislang gebe es solch ein Gremium nur für Schulen, kritisiert Christian Feldmann, der die Elternmitwirkung am KiföG folglich für völlig unzureichend hält. Das soll sich ändern bei der öffentlichen Anhörung zum Gesetz am 21. Juni im Landtag. Neben der GEW zählt Peggy Lehm bereits Kita-Träger und Spitzenverbände der Wohlfahrtspflege zu Sympathisanten des Aktionsbündnisses "AbKita".

Aus dem Sozialministerium hieß es gestern in Hinblick auf des neue Aktionsbündnis: "Wir begrüßen Initiativen der Eltern für ihre Kinder." Man war und bleibe mit den Eltern im Gespräch. "Am 15. Juni wird es beispielsweise in Roggentin eine Konferenz mit Vertretern von Jugendhilfeausschüssen und Elternräten für den Bereich der Kitas zum neuen KiföG geben." Weiterhin gilt: Leider seien nicht alle Wünsche für das neue Kita-Gesetz erfüllbar.

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