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Gesundheitsamt untersucht Räume auf gesundheitliche Unbedenklichkeit : Eltern fordern ehrlichen Dialog

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Im Mauerwerk gibt es Risse, Wände sind feucht - so massiv, dass zwei Räume in der Kindereinrichtung der Volkssolidarität in Brüel gesperrt wurden. Eltern fürchten um die Gesundheit ihrer Kinder.

svz.de von
erstellt am 12.Jul.2011 | 08:23 Uhr

Brüel | Im Mauerwerk gibt es Risse, Wände sind feucht - so massiv, dass bereits zwei Räume in der Kindereinrichtung der Volkssolidarität in Brüel gesperrt wurden. Eltern befürchten, dass ihre Kinder, die sie täglich für mehrere Stunden in die Einrichtung bringen, hier unter Feuchtigkeit oder Schimmel leiden könnten.

"Für die Kinder gibt es keine Gefahr", versichert Barbara Schäfer, Geschäftsführerin des VS-Kreisverbandes Mecklenburg-Mitte in Güstrow, auf SVZ-Anfrage. "Wir sind kräftig beim Rudern", erklärt sie und verweist auch gleich auf ein von der VS in Auftrag gegebenes Gutachten. Daraus würden sich die nächsten Schritte ergeben. Man sei im Gespräch, u. a. mit Gesundheits- und Jugendamt des Landes, Landkreis Parchim, Amt Sternberger Seenlandschaft und der Stadt Brüel, sagt Schäfer und betont, dass auch die Eltern umfangreich informiert worden seien. Jetzt sei Sachlichkeit wichtig, von allen, die Verantwortung tragen, fordert sie.

Sachlichkeit fordern auch die Eltern. Aber zuallererst Informationen. "Leider sind wir bisher nur lückenhaft informiert worden und vermissen einen wirklich ehrlichen Dialog", heißt es in einem Brief, der von den sechs Mitgliedern des Elternrates unterzeichnet ist.

Drei Varianten für die künftige Kita soll es geben: Das bisherige Gebäude wird saniert bzw. abgerissen und an gleicher Stelle neu gebaut oder aber das leer stehende Hotel der VS zum dauerhaften Kita-Gebäude umgebaut.

Wobei die VS-Geschäftsführerin mit Hinweis auf das jetzige alte Haus und dortiger eingeschränkter räumlicher Möglichkeiten auch eine Hoffnung verbindet: Künftig inhaltliche Aspekte besser umsetzen zu können, wie sie sagt. Der Elternrat hält an dem bisherigen erfolgreichen Konzept der Betreuung in Gruppen fest. "Wir verwehren uns insbesondere dagegen, dass eine ... Änderung an den räumlichen Gegebenheiten festgemacht werden könnte", heißt es in dem Schreiben.

Für Bürgermeister Jürgen Goldberg indes ist eins klar: "Die Kindereinrichtung muss hier bleiben und es muss eine Lösung gefunden werden". Goldberg macht aber auch deutlich, dass die VS die Einrichtung mittels Erbbaupachtvertrag bewirtschaftet. "Damit ist die Volkssolidarität wie ein Eigentümer zu behandeln".

Seit 1993 ist die VS Träger der Kindereinrichtung. Investiert wurde in eine Großküche im Zwischengebäude. Die Großküche ist mittlerweile am Standort Bossow. In die eigentliche Bausubstanz des Hauses floss kaum Geld.

Befürchtungen, dass das Landesjugendamt die Betriebserlaubnis für die Brüeler Einrichtung entzieht, haben sich zum Glück nicht bewahrheitet. Nach der Sperrung eines Raumes wegen Feuchtigkeit wurden aber 18 Kindergartenplätze gestrichen, so der Elternrat. Plätze, die dringend benötigt werden. In den Gesprächen involviert ist auch der Landkreis Parchim. Direkte Einflussnahme im Sinne von Auflagen o.ä. könne allerdings nur die für die Erteilung der Betriebserlaubnis zuständige Behörde, in diesem Fall das Landesjugendamt MV, ausüben, macht Rainer Pekram, Amtsleiter des kreislichen Schulverwaltungsamtes, auf SVZ-Anfrage deutlich. "Der Landkreis Parchim ist in ständigem Kontakt mit dem Landesjugendamt MV, damit sichergestellt wird, dass eine Betreuung der Kinder in der Kita in Brüel ordnungsgemäß durchgeführt wird. Der Landkreis, das Gesundheitsamt, wurde nunmehr gebeten, spezifische Untersuchungen in den Räumlichkeiten der Kita vorzunehmen, um abzuklären, ob eine gesundheitlich unbedenkliche Betreuung der Kinder in der Einrichtung möglich ist. Diese Ergebnisse werden sofort nach dem Vorliegen dem Landesjugendamt MV zugeleitet", erklärt Pekram.

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