Elektrostrahlung auf der Spur

Birgit Pfaff untersucht vor allem Schlafplätze auf ihre Belastung durch elektrische Strahlung hin  und nennt Möglichkeiten, Abhilfe zu schaffen.
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Birgit Pfaff untersucht vor allem Schlafplätze auf ihre Belastung durch elektrische Strahlung hin und nennt Möglichkeiten, Abhilfe zu schaffen.

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19. September 2012, 10:29 Uhr

lübz | Meistens knackt und/oder fiept es, wenn Birgit Pfaff in einer Wohnung auf die Suche geht. Je nach Belastung lauter oder leiser, schneller oder langsamer. Mit moderner, die Laute von sich gebender Technik ist sie "Elektrosmog" - Belastung der Umgebung durch elektrische Strahlung - auf der Spur. In der Öffentlichkeit sind die Meinungen darüber geteilt. Während einige nach wie vor denken, dass die diesbezügliche Warnung vor Gefahren wie etwa Unruhe und im schlimmsten Fall Krebs eher in die Ecke der Scharlatanerie gehört, nimmt die andere sie in der Regel sehr ernst - eine zunehmende Einstellung, wie Birgit Pfaff sagt. Mittlerweile reicht ihr Arbeitsgebiet neben Mecklenburg-Vorpommern vor allem über Brandenburg bis nach Berlin und entgegengesetzt zunehmend auch nach Niedersachsen.

Schon lange Erkenntnisse über in der Erde enthaltene Energie

Am Anfang stand das Interesse an in der Erde enthaltener, ohne menschliches Zutun vorhandener Energie. "Dieses Thema hat mich schon immer fasziniert", so die baubiologische Standortexpertin. "Die Erkenntnisse in diesem Bereich sind nicht generell neu. Wenn man bauen wollte, wurden zum Beispiel Schweine auf das Grundstück getrieben, weil man wusste, dass der Ort gut gewählt war, wo sie sich hinlegten. Bei Katzen bedeutet dies oft das Gegenteil."

Irgendwann kam das Thema Elektrosmog ins Blickfeld von Birgit Pfaff, die ihr Interesse seit rund zwei Jahren als Beruf ausübt. Hauptaugenmerk legt sie auf die Untersuchung von Schlafplätzen, die Orte, an denen sich die Menschen zuhause in der Regel am längsten aufhalten. Schon öfter gehörte Bemerkungen der Art, mit individuellen Behauptungen Angst und Verunsicherung zu verbreiten, seien Lügen: "Der Rat etwa, eine Sicherung an- oder auszuschalten und der Einsatz der von mir verwendeten Technik haben nichts mit Esotherik zu tun. Das ist fast wie Handwerk."

Birgit Pfaff habe diversen Menschen nachweislich geholfen. Etwa der Familie, deren drei Kinder ständig nervös waren und schlecht schliefen, ihrer Mutter, die nie in Form war, und deren Mann Krankheiten überdurchschnittlich oft ans Bett fesselten. Durch die Untersuchungen stellte sich heraus, dass vor allem die von einem Funkmast ausgehende Strahlung das Wohlbefinden wie beschrieben beeinträchtigte. Die Familie zog in ihrem Haus von oben nach ganz unten und fühlte sich wie in der Zeit vor den Beschwerden.

Hochfrequente, etwa von einem Handy ausgehende Strahlung wirke sich bei den Menschen unterschiedlich aus. Gut sei sie für niemanden, aber einer reagiere schon bei vergleichsweise niedrigen Werten sehr schnell und heftig, der andere erst bei höheren. "Baubiologen haben einen alle berücksichtigenden Grenzwert für Belastung festgelegt, der bei 5 Mikrowatt pro Quadratmeter liegt", sagt Birgit Pfaff.

Der höchste von ihr gemessene Wert in einem elektrischen Wechselfeld betrug 9000 Millivolt in einem Kinderzimmer. Der Grenzwert bei der in diesem Fall niederfrequenten Spannung liegt im Gegensatz zur hochfrequenten bei 100. Zum Vergleich: Bei 12 000 startet ein Auto. "Was glauben Sie, was wir schon alles gesehen haben und sehen? Da türmen sich zum Beispiel Kabelsalate am Kopfende neben dem Bett oder vieladrige Leitungsbahnen ziehen sich unter ihm hindurch. Ich will nicht zurück ins letzte Jahrhundert und nutze selber neue technische Errungenschaften. Wichtig ist nur, sie in Maßen und so einzusetzen, dass sie nicht schaden", sagt Birgit Pfaff.

Handy in der Hosentasche: Hodenkrebs oft kein Zufall

"Dazu gehört unter anderem, dass ein Fernseher im Schlafzimmer nichts zu suchen hat und man so wenig wie nur irgend möglich mit einem Handy telefonieren sollte. Das gilt für Männer auch im Hinblick darauf, wenn sie noch Kinder haben möchten, das Handy aber ständig in der Hosentasche tragen. Gehäufter Hodenkrebs ist oft kein Zufall. In Ohnmacht fallen kann ich, wenn ich sehe, dass ein Mensch mit einem Herzschrittmacher ein Handy in der Herzgegend transportiert, etwa in einer Hemdtasche. Dies zeugt davon, dass viele Menschen nach wie vor unzureichend aufgeklärt sind." Unter anderem in Krankenhäusern ist es verboten, ein Handy zu benutzen. Ein Mensch, der es sich direkt an den Kopf hält und den Strahlen unmittelbar ausgesetzt ist, sei jedoch viel feinfühliger als ein Gebäude: "Einreden will man uns etwas anderes, doch wer kann das glauben? Die gesetzlich zulässigen Werte sind völlig andere als die der Baubiologen, festgelegt wie Tarife. Niemand sollte sich einbilden, dass sie den Menschen nützen sollen. Es gibt sie, um Technik besser zu verkaufen."

Uwe Pfaff, Ehemann von Birgit Pfaff, hat sich durch Schulungen unter anderem auf die Entdeckung von Wasseradern und Kreuzungspunkte der von Erdpol zu Erdpol und in der Waagerechten verlaufenden Linien konzentriert. Auch sie können gesundheitliche Probleme bereiten. Um erfolgreich zu sein, muss sich der 52-Jährige bei seiner Arbeit sehr konzentrieren, er darf durch nichts abgelenkt sein. Ihm gibt keine Technik Hinweise. Er verlässt sich auf eine spezielle Rute, die sich bei Erreichen eines der gesuchten Punkte leicht in seinen Händen bewegt. Überprüft hat Uwe Pfaff diese Art der Ortung schon an Wasseradern, deren Lage bekannt war.

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