Eiseskälte lässt Schweriner bibbern

Schuften bei klirrender Kälte: Im Neubaugebiet Mühlenscharrn in Neumühle bauen Ronny Stenzel (l.) und Nick Drefahl ein Gerüst ab.
1 von 3
Schuften bei klirrender Kälte: Im Neubaugebiet Mühlenscharrn in Neumühle bauen Ronny Stenzel (l.) und Nick Drefahl ein Gerüst ab.

von
01. Dezember 2010, 07:23 Uhr

Schwerin | Kaum ein Mensch auf den Straßen mehr, der nicht eine dicke Jacke, Handschuhe und Mütze trägt. Noch vor knapp zwei Jahren, am 11. November 2008, zeigten die Thermometer in Schwerin 15,5 Grad plus. Und das bereits in den frühen Morgenstunden. Gestern hingegen verzeichneten die Wetterexperten den meteorologischen Winteranfang mit den tiefsten Tageshöchsttemperaturen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Die einzigen, die selbst bei Dauerfrost ins Schwitzen geraten, sind Bauarbeiter. Allen voran den Gerüstbauern macht die Kälte das (Berufs-)Leben schwer. Die Metallteile sind nass und rutschig, gleiten leicht aus der Hand. "Die Arbeit geht bei diesem Wetter langsamer voran", sagt Cornelia Prieß, die zusammen mit ihrem Vater ein Gerüstbauunternehmen betreibt. Der Witterung zum Trotz arbeitet der Betrieb das ganze Jahr hindurch. "Wir wollen alle unsere Angestellten durch das Jahr bekommen", so Prieß. Im Neubaugebiet Mühlenscharrn in Neumühle bauen zwei von ihren Leuten, Ronny Stenzel und Nick Drefahl, gerade ein Gerüst ab. "Dabei wird mir nicht kalt - egal wie kalt es ist", sagt Ronny Stenzel.

Auf einen harten Winter haben sich die Städtischen Dienstleistungen Schwerin (SDS) eingerichtet. 150 Tonnen Salz und 400 Tonnen Kies haben sie gelagert, um Engpässe wie im vergangenen Winter zu vermeiden. "Schwerin ist für die kalte Jahreszeit gut gerüstet", verspricht Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow. Auch SDS-Werksleiterin Ilka Wilczek glaubt, dass aus dem harten vergangenen Winter die richtigen Konsequenzen gezogen wurden: "Wir haben zu Jahresbeginn eine enorme Belastungsprobe erlebt und daraus unsere Schlussfolgerungen gezogen." So hat die SDS die Zahl der für den Winterdienst eingeteilten Mitarbeiter von 21 auf 37 erhöht.

Eigentümer privater Grundstücke müssen in der Zeit von 7 bis 20 Uhr das Abstumpfen und die Schneeberäumung auf einer Gehwegbreite von 1,50 Metern gewährleisten. Die Broschüre "Ratgeber für ein sauberes Schwerin" informiert ausführlich über den Winterdienst und ist im Bürgerbüro, Am Packhof 2-6, erhältlich.

Im Zoo bekommen einige Tiere die tiefen Temperaturen gar nicht mehr mit: Sie sind schon in den Winterschlaf versunken. "Unsere Braun- und Waschbären werden erst im März wieder aufwachen", sagt Zoodirektor Michael Schneider. Affen, Nashörner und Giraffen kommen nur noch für ein paar Stunden nach draußen. Zwei Arten Schwerin-Bewohner fühlen sich jedoch auch bei tiefen Minusgraden draußen tierisch wohl: Fischotter und Nandus. Zoodirektor Schneider: "Sie mögen die Kälte und lassen sich sogar einschneien." Ganz im Gegensatz zu den menschlichen Schwerin-Bewohnern.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen