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Lokales

13. Dezember 2017 | 02:44 Uhr

Einstein prägte sein Denken

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erstellt am 19.Apr.2011 | 05:28 Uhr

Kröpeliner-Tor-Vorstadt | Seit mehr als einem Jahrzehnt gibt es an der Universität Rostock eine Moritz Schlick Forschungsstelle. Was 1998 in einem kleinen Büroraum der Philosophischen Fakultät begann, hat sich bis heute zu einem Großprojekt entwickelt. Gestern feierten alle beteiligten Wissenschaftler den Umzug der Forschungsstelle in die Parkstraße 6, wo sie ab sofort im zweiten Obergeschoss zu Leben, Werk und Wirkung von Schlick forschen.

Die neuen Räumlichkeiten hat die Forschungsstelle der Bewilligung ihres Langzeitprojekts "Edition des wissenschaftlichen Nachlasses und der Korrespondenz von Moritz Schick" zu verdanken. Für die kommenden 20 Jahre bewilligte hierfür die Akademie der Wissenschaften in Hamburg eine Fördersumme in Höhe von 4,2 Millionen. Zu gleichen Teilen finanzieren das Land Mecklenburg-Vorpommern sowie der Bund dieses Forschungsprojekt. Der Präsident der Akademie der Wissenschaften in Hamburg, Prof. Heimo Reinitzer, sagt: "In Rostock erfolgten in den vergangenen Jahren hervorragende Vorarbeiten, sodass wir uns dafür entschieden haben, erstmals die Edition des Werkes eines Vertreters der modernen, analytischen Philosophie und Wissenschaftstheorie zu fördern." In vier Abteilungen gliedern die beteiligten Wissenschaftler die Gesamtausgabe von Moritz Schlick. Dazu gehören Veröffentlichungen, Nachlass, Briefe und Varia/Register.

Moritz Schlick gilt als Revolutionär der Philosophie und als Brückenbauer zwischen den Disziplinen. Der gefeierte Philosoph ist nämlich eigentlich studierter Physiker und promovierte bei Max Planck. Neben seinem Doktorvater prägten ihn vor allem Naturwissenschaftler wie Albert Einstein oder Max von Laue, mit denen er auch im Briefwechsel stand. Mit diesen Briefen beschäftigen sich heute auch die Rostocker Wissenschaftler rund um Prof. Hans Jürgen Wendel, der das Projekt leitet. Er sagt: "5 000 Briefe sowie 16 000 Blatt, darunter Manuskripte und Notizen müssen in den kommenden Jahren aufgearbeitet werden, um in die Gesamtausgabe einfließen zu können."

In den vergangenen Jahren beschäftigten sich Prof. Wendel und seine Mitarbeiter mit Schlicks Veröffentlichungen zu Lebzeiten und konnten 2006 bereits die ersten Bände der Gesamtausgabe herausgeben. In den kommenden Jahren steht dann Schlicks Nachlass, der im niederländischen Haarlem verwaltet wird, im Vordergrund der Arbeit. Im Jahr 2030 soll dann die Schlick-Gesamtausgabe erscheinen.

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