Einen Wintermantel für die Rosen

Gärtnermeister Dirk Meyn rät, den Salbei geschützt und hell zu stellen - Minze und Thymian dagegen können draußen stehen bleiben. katharina roese
Gärtnermeister Dirk Meyn rät, den Salbei geschützt und hell zu stellen - Minze und Thymian dagegen können draußen stehen bleiben. katharina roese

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30. Oktober 2010, 01:57 Uhr

Rom | Die Blätter fallen, der Garten scheint bereits im Winterschlaf zu liegen. Doch Dirk Meyn, Gärtnermeister aus Rom, ist mitten im Herbst- und Wintergeschäft. "Wir liegen im Moment in den Endzügen der Produktion bei den Frühjahrsblühern, also Stiefmütterchen, Primeln, Vergissmeinnicht und Goldlack", sagt der Gärtnermeister und steckt Blumenzwiebeln in einen Topf. "So, jetzt muss hier noch einen Sandschicht drüber, dann ist es gut", weist er seine Angestellte an.

Bereits seit 17 Jahren ist Dirk Meyn Inhaber der gleichnamigen Gärtnerei in Rom. "Wir machen jetzt die Pflanzen winterfest, das heißt, diejenigen, die Schutz vor Sonne oder Kälte brauchen, werden sorgfältig in Vliese eingepackt", erklärt der Fachmann. Zum Winterputz in der Gärtnerei gehöre auch, die Pflanzen unkrautfrei zu machen, die Rosen zu beschneiden und vor dem Wind zu schützten. "Man muss gucken, welche der Pflanzen im Garten Winterschutz bedürfen, einige muss man vor Wind schützen, andere vor der Kälte oder der ersten, kräftigen Sonne im Februar", so Meyn. Immergrüne Gewächse im Laubbereich bedürften eines Wind- und Sonnenschutzes. Sie könne man gut mit Tannenreisig abdecken. "Bei Rosen verwende ich dünne Vliesgewebe - bloß keine Plastiktüten", warnt der Experte. "Darunter entwickelt sich bei Sonne eine zu große Hitze."

Pflanzen, die vor Kälte geschützt werden wollen, sollte man in einem Wintergarten, Gewächshaus oder Folienzelt unterbringen. Orleander, Fuchsien und Geranien können keine Frosttemperaturen ab, genau wie die Kübelpflanzen - meist mediterrane Pflanzen - und ebenso einige Kräuter. "Zitronenverbene und Süßkraut sollte man Schutz bieten wenn es kalt wird", rät Meyn. Wichtig sei es auch die Stauden zum Herbst nicht zu schneiden, warnt der Gärtnermeister. Die hohlen Staudentriebe nehmen eindringende Feuchtigkeit auf, sie reißen bei Frosteinwirkung auf und die Pflanze geht geschwächt in den Frühling oder wohlmöglich ganz ein.

Auch von übertriebenem Winterputz im heimischen Gartenparadies rät der Fachmann ab: "Man muss gar nicht so arg das Laub fegen und entfernen. Es dient als ein natürlicher Schutz für die Pflanzen, man kann die Beete also ruhig mal etwas unordentlich hinterlassen." Die Verkrautungen könnten bis zum Frühling stehen gelassen werden, das böte Schutz. "Und soviel tut sich da im Winter ja auch nicht", sagt Meyn und lacht. Doch der Rasenmäher sollte nicht eingemottet werden, denn das Gras wachse auch noch bei Temperaturen unter zehn Grad und sollte deshalb besser kurz geschnitten werden.

"Jetzt kann man gut noch den Gemüsegarten umgraben, also eine Winterfurche ziehen und nicht harken", weiß der Experte zu berichten. Wenn das Beet grobschollig umgegraben ist, zerkrümmeln die Schollen im Winter durch den Forst. Der Vorteil liegt zum einen in einer Arbeitserleichterung: Im Frühjahr stehe ein lockerer Boden bereit, außerdem ist eine aufsteigende Feuchtigkeit gegeben. "Und die steht nicht sofort zur Verfügung, wenn man den Boden im Frühling frisch umgräbt."

Meyn verkauft zu dieser Jahreszeit besonders gut Heide für die Beete vor dem Haus sowie Obstbäume und Beerensträucher, erzählt er. Obstbäume pflanze man auch erst ab Ende Oktober. "Vor dem 20. Oktober geht es nicht los." Apfel und Birne sollten erst spät geschnitten werden, von November bis März, bei frostfreiem Wetter, gibt Meyn noch einen Tipp. "Genauso die Eichen, da kann man die Winterzeit im Garten gut nutzen."

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