zur Navigation springen
Lokales

20. November 2017 | 22:16 Uhr

Eine Welle der Solidarität

vom

svz.de von
erstellt am 03.Nov.2013 | 06:47 Uhr

Dummerstorf | Ishtiaq Ahmed Shaikh kann seine Tränen nicht zurückhalten. Fassungslos steht der Pakistaner vor den rußigen Überresten seiner Existenz. 2006 hat er in der Ortsmitte von Dummerstorf den Snackpoint eröffnet - am Reformationstag ist der Imbiss ein Opfer der Flammen geworden. Brandstiftung wird nicht ausgeschlossen.

Doch es ist nicht nur die Trauer, die Ishtiaq Ahmed Shaikh erschüttert. Er weint auch Freudentränen, als er sieht, wieviele freiwillige Helfer am Sonnabend gekommen sind, um ihn bei der Entsorgung des Schutts zu helfen. "Sowas habe ich in Pakistan noch nie erlebt", sagt er und blickt auf die Dummerstorfer Feuerwehrmänner, die Schaufel um Schaufel die Reste seiner Gaststätte in die bereitgestellten Container abladen.

Rund 40 000 Euro würde sein Schaden betragen, sagt der Betreiber. Versichert war er nicht: "Mein Antrag wurde abgelehnt", so der Kavelstorfer. Dabei hätte er den Snackpoint gerade erst komplett renoviert und Anfang September wieder eröffnet. "Ich habe die Handschuhe für die Helfer heute im gleichen Baumarkt gekauft, wie die für die Renovierung. Als die Frau an der Kasse mich fragte, ob meine Baustelle etwa immer noch nicht fertig sei, musste ich ihr sagen, dass ich heute meinen Laden begrabe", erzählt der 47-Jährige. Er träumt davon, an gleicher Stelle seinen Imbiss wieder eröffnen zu können. Heute will er sich mit Bürgermeister Axel Wiechmann (CDU) treffen, der am Sonnabend auch kurz vorbeischaute. Auf sein Anraten hin, wurde das zweite Gebäude des Imbisses, das beim Brand stark, aber nicht komplett beschädigt wurde, stehen gelassen. "So behältst du Bestandsschutz im Baurecht", empfahl Axel Wiechmann dem Betreiber. Egal, wie es weitergeht: Hilfe ist Ishtiaq Ahmed Shaikh jedenfalls gewiss. Obwohl sie nachts bei einem Einsatz gewesen ist, stand die Dummerstorfer Feuerwehr pünktlich parat, um bis nachmittags mit anzupacken. "Wir haben ihm gesagt, dass wir für ihn da sind, wenn er Hilfe braucht", sagt Martin Stoll. "Mit der Aktion wollen wir aber auch ein Zeichen setzen, dass wir im Ort zusammenhalten", so der stellvertretende Wehrleiter. Selbst die Jugendfeuerwehr packte mit an, auch Kameraden aus benachbarten Feuerwehren sowie Bürger.

Als sie am 31. Oktober zum Löschen an den Snackpoint gerufen wurden, waren viele Kameraden fassungslos. Sie kennen und mögen Ishtiaq Ahmed Shaikh. "Es war klar, dass wir alle Hebel in Bewegung setzen, um zu helfen. Denn er gehört zum Ort wie die Feuerwehr", so Martin Stoll.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen