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Lokales

23. Oktober 2017 | 01:02 Uhr

"Eine Verkettung von Glücksfällen"

vom

svz.de von
erstellt am 17.Sep.2010 | 05:56 Uhr

Schwerin | Es geschehen noch Wunder: Ein Besuch der Schweriner Bundesgartenschau, eine zufällige Wohnungsanzeige in der Zeitung und ein wichtiger Kontakt in der neuen Stadt: So erfuhr Dieter Pfaffenholz nicht nur von einer 70 Jahre alten Postkarte im Landesarchiv Schwerin, adressiert an den eigenen Vater, sondern er und seine Frau wurden auch Schweriner.

Es passiert nicht oft, dass man sich mit 74 Jahren nochmals für einen Umzug entscheidet. Dieter Pfaffenholz hat es getan und ist von Karlsruhe ins weit entfernte Schwerin gezogen. "Wir wollten unbedingt in den Norden Deutschlands ziehen. Meine Frau war schon zur Bundesgartenschau 2009 hier und es hat ihr sehr gut gefallen. Da habe ich mich dann kurze Zeit später selbst, durch eine Stadtrundfahrt, von Schwerin überzeugt", sagt der Rentner. Die Entscheidung fiel Dieter Pfaffenholz und seiner Frau sehr leicht, obwohl es in dem hohen Alter nicht gerade einfach ist, nochmal umzuziehen.

Mit einem Verleger im Großen Moor ist Dieter Pfaffenholz seit seinem Besuch in Schwerin in Kontakt geblieben und genau dieser Verleger hatte ihm den Bericht der SVZ mit der Postkarte an seinen Vater gezeigt. Unsere Zeitung hatte am 30. Juli in einem Artikel von "Postkarten aus der Vergangenheit" berichtet.

Der Neu-Schweriner staunte nicht schlecht, als er den Namen auf der Postkarte las. Sie war an seinen Vater, der zu der Zeit Rektor in Bonn gewesen war, adressiert und stammte von einem Emil Gehrke, der als Soldat bei der Familie Pfaffenholz zu Kriegsbeginn einquartiert war. Ein Weihnachtsfoto von 1939 gibt es noch als Erinnerung.

"Welch ein Zufall, dass ich als gerade nach Schwerin Gezogener von der Karte erfahren habe", sagt Dieter Pfaffenholz. "Solche Geschichten erlebt man nicht oft und wenn, dann gibt es sie wohl nur im Film."

Dennoch sagt er: "An Schicksal glaube ich nicht. Das ganze Geschehen ist eher eine Verkettung von Glücksfällen", so Pfaffenholz. Nach dieser ganzen Aufregung möchte er jetzt seinen Ruhestand an den Schweriner Seen genießen.

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