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Lokales

24. September 2017 | 23:21 Uhr

Eine Reise ins Mittelalter

vom

svz.de von
erstellt am 20.Okt.2010 | 09:03 Uhr

Demern | Das Mittelalter, eine längst vergangene Epoche und doch fasziniert sie die Menschen, nach wie vor. Auch die Jugendlichen Phillip Müller, Julia Schmidt und Laura Schmidt, wandeln auf den Spuren dieser Epoche. Mit einem selbst gebauten Katapult, tauchen sie tief in das Mittelalter ein.

Die Grundidee dazu, hatte der 16- jährige Phillip Müller, der zuerst ein Katapult in Kleinformat baute, das etwa einen halben Meter groß war. Schließlich wollte der junge Baumeister sehen, wie man vorgehen musste und welche Voraussetzungen er für ein größeres, funktionierendes Katapult brauchte. "Ich hatte schon viel über Katapulte gesehen und auch gelesen und es reizte mich, einmal eines selbst zu bauen. Die mittelalterlichen Wurfwaffen interessieren mich sehr, weil sie so eine große Durchschlagskraft und schon eine sehr hohe Präzision besaßen. Das Katapult funktioniert nach dem Hebelprinzip, indem ein Gegengewicht, in einem Korb auf einer Seite, mit vielen Steinen befestigt ist. Wenn man den Wurfarm loslässt, eilt er in Richtung Himmel. Dadurch wird das Geschoss so schnell beschleunigt, dass es bis zu 50 Meter weit fliegen kann. Wir wissen, dass es eigentlich ziemlich gefährlich ist, aber wir passen auf, dass niemanden etwas geschieht", sagt Phillip Müller.

Im Mittelalter war das Katapult meist als Kriegswaffe oder Hinrichtungswaffe im Einsatz. Geschossen wurde mit Steinen oder brennenden Pfeilen. Doch bei den Dreien ist es mehr zum Spaß. "Mit dem Katapult möchten wir niemandem verletzten. Auch wenn es eine Gesamtgröße von vier Metern besitzt, haben wir es nur zum Spaß gebaut. Damit sich niemand verletzten kann, nehmen wir als Geschosse kleine Wasserbomben", versichert die 13-jährige Julia Schmidt.

Erbaut wurde das Katapult in den vergangenen Sommerferien. Insgesamt eine Woche hatte es bis zur Fertigstellung gedauert. "Als das Katapult fertig war, gab es noch viel zu verbessern. Der erste Wurf ging nach hinten los, aber nach ein paar Stunden, kamen wir schon auf eine sehr große Flugweite. Wir waren alle wirklich erstaunt, wie weit das Geschoss fliegen konnte", berichtet die 15-jährige Laura Schmidt. Auch die Nachbarn brauchen sich keine Sorgen zu machen, denn es ist so ausgerichtet, dass die Geschosse auf einem angrenzenden Feld landen und nicht auf dessen Grundstück.

Damit auch die Sicherheit der Jugendlichen gewährleistet ist, haben sie sich etwas ganz besonderes einfallen lassen. Sie bauten eine Schussvorrichtung, wodurch sie auf Distanz gehen können und mit einem kräftigen Ruck an einer Schnur die Wasserbombe abfeuern können.

"Ich bin sehr stolz auf das, was wir geschafft haben. Denn was aus ein paar Brettern und Balken entstehen kann, ist für mich echt faszinierend. Schließlich war es ja eigentlich nur eine kleine Idee und daraus ist so etwas großes geworden. Einen Bauplan hatten wir nicht und obwohl wir handwerklich nicht gerade begabt sind, haben wir drei es geschafft", so Phillip Müller. Im nächsten Sommer wollen die Jugendlichen ihr Katapult weiter verbessern und stabilisieren. Den Dreien machte die Reise ins Mittelalter, großen Spaß, denn eine spannende Ferienbeschäftigung haben sie allemal gefunden.

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