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Vorsitzender des Bildungsausschusses im Kreistag Ludwigslust : Eine Lanze für Parchims Theater

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Das Mecklenburgische Landestheater bekommt im kreisübergreifenden Streit um die Sanierungskosten Unterstützung aus Ludwigslust: Christian Rosenkranz (CDU) will "solch eine hervorragende Einrichtung" unbedingt erhalten.

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erstellt am 13.Jun.2011 | 05:58 Uhr

Parchim | Das Mecklenburgische Landestheater bekommt im kreisübergreifenden Streit um die Sanierungskosten Unterstützung aus Ludwigslust: Christian Rosenkranz (CDU), Vorsitzender des Ausschuss für Bildung, Kultur, Sport, Soziales und Gesundheit, will "solch eine hervorragende Einrichtung" unbedingt erhalten wissen.

Zuvor hatten einige Ludwigsluster Kreistagsabgeordnete die künftigen Sanierungskosten der Parchimer Spielstätte in Höhe von sieben Millionen Euro kritisiert (wir berichteten). Ganz weit vorgewagt hatte sich der dortige FDP-Kreischef Thomas Heldberg: "Es kann doch nicht sein, dass diese Sanierung zu Lasten Dritter, nämlich des jetzigen Landkreises Ludwigslust beschlossen wird." Man wolle nicht der "dumme Zahlmeister für wiederentdeckte Altlasten" werden. Rainer Willmer, als berufener Bürger immerhin stellvertretender Vorsitzender des Finanzausschusses im Kreistag: "Das verschlägt einem auch als erfahrenem Finanzer schon die Sprache, wenn der Kreis Ludwigslust hintenrum für das Theater zur Kasse gebeten werden soll."

Christian Rosenkranz bedauert, dass solche Aussagen die Mitarbeiter des Mecklenburgischen Landestheaters verunsichern: "Das steht doch gegenwärtigen Ludwigsluster Kreistagsabgeordneten gar nicht zu. Es ist doch erst Sache des künftigen Kreistages, über die Sanierung zu entscheiden." Dass diese frühestens 2013 haushaltswirksam werde, zudem in einem Projekt öffentlich-privater Partnerschaft ein Bauunternehmen die Kosten vorstrecken solle, hatte Günther Matschoss, erster Stellvertreter des Parchimer Landrats, den Ludwigsluster Kreistagsausschüssen ausführlich erläutert. Rosenkranz vermutet hinter den jüngsten Attacken politisches Kalkül und zitiert den ehemaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss: "Mit Politik kann man keine Kultur machen, aber vielleicht kann man mit Kultur Politik machen."

Das Parchimer Theater sei eine überaus wertvolle Einrichtung. "Welcher Landkreis hat schon ein eigenes Theater", fragt Rosenkranz. Es sei erklärtes Ziel, unsere Region wirtschafts- und freundlich zu gestalten, Menschen von der Abwanderung abzuhalten und um neue Bürger zu werben. Das Kreistagsmitglied weiter: "Arbeit gibt es an vielen Stellen. Was auch zählt, ist wie lebenswert eine Region ist. Der Kitt dazwischen, das ist die Kultur." Rosenkranz möchte den Ludwigsluster Kreistag auch nicht in ein kulturun freundliches Licht rücken lassen, wie es einige der theaterkritischen Äußerungen bewirken könnten. Die Unterstützung des Kleinen Fests im Großen Park sei nur ein Beispiel für ein offenes Klima. Im Übrigen sei die Kreisumlage genau dafür da, Einrichtungen, die eine Kommune alleine nicht stemmen könne, gemeinschaftlich für alle zu betreiben: "Jeder gibt ein bisschen, alle profitieren gemeinsam." Rosenkranz glaubt - unabhängig vom Ausgang der Wahl - daran, dass künftige Verwaltung und Kreistag die Kontinuität des Parchimer Theaters sichern werden, "damit unsere Kinder es auch weiterhin nutzen können."

Auch Ludwigslusts Landrat Rolf Christiansen (SPD) hatte schon mit klaren Worten auf die Kritiker reagiert: "Das Landestheater in Parchim ist eine Bereicherung für den zukünftigen Großkreis und stärkt das kulturelle Angebot im ländlichen Raum. Zudem besuchen auch Schulklassen aus dem Landkreis Ludwigslust auf der Grundlage von Kooperationsvereinbarungen regelmäßig das Theater." Parchims SPD-Kreistagschef Wolfgang v. Rechenberg setzt darauf, dass beide Landräte so viel Augenmaß haben, die Zukunft des Theaters zu sichern. Wolfgang Waldmüller, der für die CDU in Parchims Kreistag sitzt, will die Bühne ebenfalls auch im neuen Großkreis erhalten wissen.

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