"Eine Geste der Wertschätzung"

Stadtvertreter Rudolf Conrades, die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, Landesrabbiner William Wolff und Stadtpräsident Stephan Nolte (v.l.) besuchten die Holdheim-Ausstellung in der Landesbibliothek. Rainer Cordes (2)
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Stadtvertreter Rudolf Conrades, die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, Landesrabbiner William Wolff und Stadtpräsident Stephan Nolte (v.l.) besuchten die Holdheim-Ausstellung in der Landesbibliothek. Rainer Cordes (2)

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28. Mai 2010, 11:08 Uhr

Schwerin | Ein Teil der Schlachterstraße trägt seit gestern den Namen des ehemaligen Landesrabbiners Samuel Holdheim (1806-1860). An der feier lichen Umbenennung auf dem Schlach termarkt nahm auch die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, teil. "Die Um benennung der Straße ist ein wichtiges und lo benswertes Zeichen", sagte Knobloch. Es sei eine Geste der Wertschätzung für einen einflussreichen Theologen, aber auch ein Ausdruck des wieder aufgeblühten jüdi schen Lebens in Schwerin, so Knobloch.

Samuel Holdheim war von 1840 bis 1847 Mecklenburgischer Landes rab biner. Er schrieb in Schwerin seine Hauptwerke, die ihn zu einem bis heute weltweit viel diskutierten Begründer des liberalen Judentums machten. "Holdheim hat mit seiner radikalen Haltun g wichtige Debatten angestoßen, die noch immer aktuell sind", betonte Knobloch. Als "geschichtlich bedeutende Persönlichkeit", deren geistige Ausstrahlung bis in die Vereinigten Staaten reiche, bezeichnete auch Landes rabbiner William Wolff seinen Amtsvorgänger.

Eine überwältigende Mehrheit der Stadt vertretung hatte sich im Januar für die Straßenumbenennung ausgesprochen - nach durchaus in tensiver Dis kussion, wie SPD-Stadt vertreter Rudolf Conrades berichtete, der die Initiative für die Umbenennung der Schlachterstraße ergriffen hatte. Mit der "Lan desrabbiner-Holdheim-Straße" würdige die Landeshauptstadt mitten in Schwerin die Präsenz jü dischen Lebens in der Stadt, so Conrades.

Knapp 1000 Mitglieder zählt die Jüdische Gemeinde in der Stadt mittlerweile wieder durch den Zuzug von Emigranten aus der ehemaligen Sowjetunion. "Die Straßenumbenennung ist ein historisches Ereignis", sagte Stadt präsident Stephan Nolte. Schwerin sei heute eine demokratische, tolerante und weltoffene Stadt, in der sich Besucher und Zuwanderer gut aufgehoben fühlten.

An Leben und Werk von Samuel Holdheim erinnert seit gestern auch eine Ausstellung in der Landesbibliothek MV in der Johannes-Stelling-Straße 29. Die Exposition "Samuel Holdheim: Der Kampf bis zum Anbruch der Morgenröte" ist bis zum 24. Juli zu sehen .

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