Beelitz-Salzbrunn : Eine exotische Landpartie

<fettakgl>Ein Emu (r.) beobachtet in Salzbrunn</fettakgl> bei Beelitz auf dem  Hof 'Nieplitztaler Exoten' von Landwirt Gerhard Drogosch, wie ein Eseljunges bei der Eselmutter trinkt. Zur Brandenburger Landpartie am 9. und 10. Juni öffnet auch Landwirt  Drogosch seine Tore für neugierige Besucher. <foto>theo Heimann/dapd</foto>
Ein Emu (r.) beobachtet in Salzbrunn bei Beelitz auf dem Hof "Nieplitztaler Exoten" von Landwirt Gerhard Drogosch, wie ein Eseljunges bei der Eselmutter trinkt. Zur Brandenburger Landpartie am 9. und 10. Juni öffnet auch Landwirt Drogosch seine Tore für neugierige Besucher. theo Heimann/dapd

Afrikanische Strauße, Lamas und Yaks - Gerhard Drogosch hat sich die Vielfalt der Tierwelt auf den heimischen Hof geholt. Dazu tummeln sich Emus, Papageien, Pfaue, aber auch Wildschweine, Gänse und eine Eselfamilie.

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05. Juni 2012, 10:26 Uhr

Beelitz-Salzbrunn | Afrikanische Strauße, Lamas und Yaks - Gerhard Drogosch hat sich die Vielfalt der Tierwelt auf den heimischen Hof geholt. Dazu tummeln sich Emus, Papageien, Pfaue, aber auch Wildschweine, Gänse und eine Eselfamilie bei dem Landwirt in Beelitz-Salzbrunn (Landkreis Potsdam-Mittelmark).

Seinen Hof hat er die "Nieplitztaler Exoten" genannt und ist damit selbst ein Exot unter den Landwirten in Brandenburg. Seit einigen Jahren nimmt Drogosch an der Landpartie teil und öffnet wie zahlreiche andere Höfe in der Region seine Tore für interessierte Besucher. Am Wochenende zeigt er den Gästen aus Berlin und Brandenburg wieder, dass es in Beelitz noch mehr zu sehen gibt als endlose Spargelfelder. "Ich hatte schon immer ein Faible für exotische Tiere", sagt der 64-jährige Landwirt. Schon zu DDR-Zeiten hat der gelernte Maurer und Fliesenleger Reisen nach Bulgarien oder Rumänien unternommen und von dort spezielle Züchtungen, etwa seine Lockengänse, mitgebracht. Mit den gepufft gefiederten Rassegänsen hat er in den vergangenen Jahren schon mehrere Züchterpreise gewonnen.

Nach der Wende nutzte er die Gelegenheit, noch weiter in die Ferne reisen zu können und schaute sich die unterschiedlichsten Tiere auf der ganzen Welt an. "Ich wollte mal sehen, wie die so in der Natur leben", erzählt Drogosch. Dafür war er in Südamerika, Afrika und Neuseeland. Einmal ist er rund 5000 Kilometer mit dem Zelt durch Namibia gereist und hat in Venezuela sogar zusammen mit den Ureinwohnern gelebt. Die Tiere habe er nicht ins Handgepäck packen können, aber Wissen habe er viel von seinen Reisen mitgebracht, berichtet Drogosch. "In Namibia sind wir einige Zeit mit einheimischen Farmern unterwegs gewesen", erzählt der Landwirt. "Da fragt man schon mal nach, wie die etwa die Straußeneier ausbrüten." Auf den etwa sechs Hektar Land seines Hofs in Beelitz-Salzbrunn geht es dagegen vergleichsweise ruhig zu. Jeden Morgen kocht Drogosch drei Stunden lang Kartoffeln mit einem kleinen Holzofen auf dem Hinterhof für die Tiere. Im Laden an der Straße werden dann die Produkte verkauft. Wurst und Schinken gibt es dort, aber auch Plüschstrauße für die Kinder und hausgemachten Strauß-Eierlikör für die Erwachsenen. Für die Brandenburger Landpartie werde er extra ein paar Arbeitsschichten beim Räuchern einlegen, sagt Drogosch.

Die Landpartie findet in diesem Jahr schon zum 18. Mal statt. 258 Betriebe aus Landwirtschaft, Gartenbau und Fischerei hätten sich angemeldet, berichtet Stefanie Patron, Projektleiterin für die Landpartie beim Verband "Pro Agro", der das Wochenende der offenen Stalltüren organisiert. "Die Voraussetzung für die Teilnahme ist nur, dass die Betriebe einen landwirtschaftlichen Bezug haben", erklärt sie. Rund 100 000 Besucher werden an dem Wochenende wieder im ganzen Land erwartet. "Vor allem Familien mit Kindern - egal, ob aus Brandenburg oder Berlin - kommen zur Landpartie." Gerhard Drogosch freut sich am meisten auf die jüngsten Besucher. "Die Kinder sind oft aufgeschlossener, wenn es darum geht, mal eine außergewöhnliche Wurst zu probieren", erzählt er und fügt grinsend hinzu: "Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht." Ein spezielles Programm für das Wochenende hat er aber nicht aufgestellt. "Wir werden ein bisschen Musik auflegen und die Leute herumführen". Die Besucher auf dem Hof werden sogar das Glück haben, auch exotischen Nachwuchs sehen zu können. Pünktlich zum Landpartie-Wochenende sind zwei kleine Yaks geboren worden.

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