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Lokales

25. November 2017 | 06:44 Uhr

Eine brandheiße Nacht

vom

svz.de von
erstellt am 14.Okt.2010 | 06:37 Uhr

Wittenberge/Perleberg | Wittenberges Feuerwehrleute mussten in der Nacht zu gestern innerhalb von vier Stunden zu zwei Bränden ausrücken. Kurz nach 4 Uhr stand in der Bürgermeister-Jahn-Straße 4 der Dachstuhl eines derzeit unbewohnten Hauses in Flammen. Vier Bewohner des Nebenhauses mussten vorsorglich evakuiert werden. Zum Glück wurde niemand verletzt. Nach einer Stunde hatten die Kameraden aus der Elbestadt, die von den Wehren Breese, Weisen und Perleberg unterstützt wurden, das Feuer unter Kontrolle und gegen 5.15 Uhr gelöscht. Eine Brandwache blieb am Ort des Geschehens, um wiederaufflammende Glutnester abzulöschen.

Kaum wieder auf der Wache, rief kurz vor 8 Uhr der Pieper die Wittenberger zu einem leerstehenden Haus in der Lenzener Chaussee auf Höhe des WEZ. Hier brannte Unrat im Erdgeschoss. Nach kurzer Zeit hatten die Kameraden die Flammen gelöscht. Das Gebäude, das sich in Zwangsverwaltung befindet, war bereits im September 2009 von Unbekannten in Brand gesteckt worden, wobei der gesamte Dachstuhl in Flammen aufging.

Während an diesem Haus aufgrund seines ohnehin schlechten Zustandes kaum weiterer Schaden entstand, ist dieser in der Bürgermeister-Jahn-Straße erheblich. "Man muss von mehr als 100 000 Euro ausgehen", sagte Torsten Diehn, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Wittenberge, der das Gebäude gehört. "Die Bausubstanz des Hauses war gut, jetzt ist es voller Löschwasser und der komplette Dachstuhl fehlt, so dass es der Witterung ungeschützt ausgesetzt ist." Bedeutend sei das Urteil der Statiker, auf deren Gutachten müsse man warten, bevor entschieden wird, wie es mit diesem stadtbildprägenden Gebäude weiter geht.

Die Polizei geht im Fall der beiden Häuser von Brandstiftung aus. Einen unmittelbaren Zusammenhang wollte Pressesprecher Frank Lubatsch jedoch nicht bestätigen. Auch eine Antwort auf die Frage, ob beide Feuer in eine Serie von Bränden von Containern und leerstehenden Gebäuden, die seit Juni in Wittenberge loderten, einzuordnen sind, gibt die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht. Es werde in alle Richtungen ermittelt, hieß es. Dass es jetzt direkt neben einem bewohnten Haus brannte, wertet allerdings auch die Polizei als Verschärfung der Situation und bittet Bürger, die verdächtige Personen oder Fahrzeuge in der Nähe der Brandorte bemerkt haben, sich bei den Dienststellen zu melden. Zudem will die Polizei durch höhere Präsenz präventiv tätig werden.

Auch die Wittenberger Stadtverwaltung bittet die Bürger, genauer hinzusehen. "Beide Gebäude waren gut gesichert, mehr können wir als Stadt nicht tun. Wenn jemand wirklich rein will, um Feuer zu legen, reichen vernagelte Fenster und ein dickes Schloss nicht", so Ordnungsamtsleiter Gotthard Poorten.

Auch in Perleberg rückte die Feuerwehr in der Nacht aus. Gegen 2.30 Uhr wurden zwei brennende Autos auf dem Gelände eines Autohauses in der Lenzener Straße gemeldet. " Unser Nachtexpress hatte das Feuer bemerkt. Lichterloh standen die beiden Gebrauchtwagen da schon in Flammen", berichtet Peter Wagner, Inhaber des Autohauses. Erst kürzlich brannte auf dem Bahnhofsvorplatz ein Pkw und beim benachbarten Autohaus wurde vor einigen Wochen ein Fahrzeug kaputt geschlagen. Peter Wagner setzt 500 Euro für sachdienliche Hinweise aus, die zu dem oder den Täter(n) führen. Den Sachschaden an den ausgebrannten Pkw beziffert die Polizei mit mehr als 3000 Euro. Auch hier sei Brandstiftung wahrscheinlich.

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