Ein Studium und unzählige Ausweise

<strong>Das Kartenchaos:</strong> Janine Prast (22) wünscht sich eine Chipkarte für alles. <foto>dabe</foto>
Das Kartenchaos: Janine Prast (22) wünscht sich eine Chipkarte für alles. dabe

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26. Juli 2010, 07:48 Uhr

Rostock | In den Geldbörsen der Rostocker Studenten ist es zu voll: Bis zu sieben Ausweiskarten trägt ein Student der hiesigen Uni bei sich, um den Hochschulalltag bewältigen zu können. Dazu zählen Studentenausweis, Semesterticket, Bibliotheksausweis, Kopierkarte, Mensacard, Zugangskarte für die PC-Pools und Parkplatzausweis. Sowohl die Studentenvertretung als auch die Universitätsleitung sind sich einig, dass in Rostock eine Umstellung erfolgen soll. Doch ein konkretes Konzept ist noch nicht erarbeitet. Nun fordern Studenten und die Hochschulgruppe "Ring Christlich-Demokratischer Studenten" eine Chipkarte, die alle Plastikkarten und Ausweise in ihren Funktionen ersetzt.

Rektorat und Asta wollen das Ticket für alles

An den meisten deutschen Unis und Hochschulen herrscht längst kein Karten-Chaos mehr, denn dort gibt es bereits eine Karte für alles. In Rostock ist das Bild noch anders. Viele Studenten verlieren im Portmonee schnell den Überblick - aufgrund der vielen Ausweispapiere und Zugangskarten. Auch Janine Prast trägt seit Beginn ihres Studiums 2008 fünf Ausweise bei sich. Die 22-Jährige studiert Germanistik und Biologie auf Lehramt und muss oft viel zu lange kramen, um den richtigen Ausweis zu finden, den sie gerade braucht. Vor allem der Studentenausweis sowie das Semesterticket seien unpraktisch, denn diese sind aus Papier und in einem ungewöhnlich großen Format. Mit Beginn jedes neuen Semesters bekommen die Rostocker Studenten ein neues Stammblatt mit all ihren Daten und Semesterticket sowie Studienausweis zugeschickt. "Oft fällt erst bei der nächsten Fahrkartenkontrolle auf, dass das alte Semesterticket noch in der Geldbörse steckt und nicht das gültige", sagt Janine. Das Papier gehe außerdem viel zu schnell kaputt, obwohl es als reißfest gilt. Zudem sei es sehr unhandlich und darf nicht laminiert werden. Der Asta der Uni Rostock und die Unileitung sehen die Vorzüge einer Studentencard und würden eine Umstellung begrüßen. Asta-Vorsitzender Philipp da Cunha sagt: "Meinen Nachforschungen zufolge war eine Studentencard bereits vor einigen Jahren im Gespräch, wurde aber von vielen Studenten aufgrund von Datenschutzfragen abgelehnt." Er sei optimistisch, dass es an der Uni Rostock in Zukunft eine Umstellung geben werde, denn das Rechenzentrum arbeite bereits an einem Konzept. Auch die Universitätsleitung sieht die Vorzüge einer solchen Karte. Ulrich Vetter, Sprecher der Uni Rostock, sagt: "Es ist technisch nicht ganz einfach und kostet noch Zeit, bis ein umsetzbares Konzept steht."

Die Rostocker Studenten können letztlich nur darauf hoffen, dass sie die Umstellung in ihrer Studentenzeit noch miterleben dürfen und dass das Kartenchaos in ihren Geldbörsen ein Ende nimmt.

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