Ein Ständchen für den Jubilar

von
31. Juli 2010, 01:57 Uhr

Güstrow | Am heutigen Sonnabend wird Kirchenmusikdirektor i.R., Wolfgang Leppin, 70 Jahre alt. Sein Geburtstag wird um 15 Uhr mit einem Ständchen eingeläutet. Der katholische Chor aus Matgendorf, den er noch leitet, gibt ein kleines Konzert in der Güstrower Pfarrkirche. Jeder ist dazu willkommen.

Nicht nur seinen 70. Geburtstag wird Wolfgang Leppin heute feiern. Seit genau 40 Jahren ist der Ruheständler in der Barlachstadt zu Hause. "Am 30. Juli 1970 begann meine Güstrower Geschichte", erzählt er. Dabei war der Start alles andere als verheißungsvoll. Als Wolfgang Leppin mit seiner Frau Inge mit dem Umzugswagen hier ankam, wollte er am liebsten wieder umkehren. "Die Wohnung war in einem schrecklichen Zustand", erinnert er sich. Doch das Ehepaar Leppin blieb und möchte inzwischen nicht mehr weg hier.

Wolfgang Leppin wurde in Demmin geboren, verbrachte seine Schulzeit in Dargun. "Durch einen hervorragenden Katechet kam die Bindung zur Kirche", sagt der Jubilar. In seiner Jugendzeit wurden vier Blasinstrumente in der Kirche angeschafft und hier spielte er Flügelhorn und machte seine ersten "Gehversuche" an der Orgel. Während seiner Ausbildung zum Diakon in Berlin-Weißensee absolvierte er bereits die C-Prüfung an der Orgel. "Mein damaliger Lehrer war es, der mich zum Studium motivierte", erzählt Wolfgang Leppin.

Der heute 70-Jährige nahm seine Arbeit ernst. Bereits in seinen ersten drei Jahren in Friedland hatte er einen Posaunenchor aufgebaut, den Chor geleitet und die Gottesdienste auf der Orgel begleitet. Nachdem er in Güstrow an der Pfarrkirche zum Kantor berufen worden war, ernannte man ihn bereits ein Jahr später zum Kirchenkreis-Musikwart. 1972 wurde Wolfgang Leppin zum Orgelsachberater der Landeskirche Mecklenburgs, war für den gesamten Osten zuständig. "Meine Hauptaufgabe in dieser Arbeit war es, Wind-Erzeuger für die Orgeln aus dem Westen zu importieren", so der Musiker.

Im selben Jahr gründete Wolfgang Leppin den Güstrower Singkreis. "Ich wollte Musik machen, wo sonst nichts war", begründet er diesen Schritt. Er funktionierte ihn in einen Sing- und Bläserkreis um. So waren sie nicht auf eine funktionierende Orgel angewiesen. In den Jahren trat der Kreis, der aus zwölf bis 16 Mitgliedern bestand, in 180 Kirchen auf. "Ich hätte sonst nie so viele Kirchen und Orte kennen gelernt", sagt Sängerin Anne Kirst, die die Arbeit von Wolfgang Leppin sehr schätzt.

In der Kantorei-Arbeit gehörte die Aufführung des Weihnachtsoratoriums selbstverständlich dazu. Seine Herzenssache waren Bachkantaten. Wolfgang Leppin hat viel für die Orgeln im Umkreis getan. Eine Zeit, an die er sich gern erinnert. Im März 2000 flatterte ein Brief von der Hamburger "Zeit-Stiftung" ins Haus. In den folgenden Jahren konnten mit Hilfe der Stiftung 36 Orgeln in MV für 2,5 Millionen Euro restauriert werden. "Das war toll und wohl einmalig im Leben", ist er sich heute bewusst. 1999 wurde Wolfgang Leppin zum Kirchenmusikdirektor ernannt und hatte zuvor 18 Jahre in der Leitung des Kirchenmusikwerkes mitgearbeitet.

Aufregend und arbeitsreich war die Zeit in Güstrow für Wolfgang Leppin. Mit seinem Geburtstag wird er die Leitung des Chores Matgendorf abgeben. Übrigens wünscht er sich keine Blumen und Präsente. Wer ihm etwas schenken möchte, kann etwas Geld geben. Das wird Wolfgang Leppin an den Förderverein des Borman-Altars weiter geben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen