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Ahrenshoop feiert ab Sonntag seinen 700. : Ein Schnitt einmal längst durchs Seebad

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Wenn es nach Bürgermeister Hans Götze geht, könnte in dem 750-Einwohner-Dorf am Ostseestrand fast alles so bleiben wie es ist. "Der Ort soll seinen Charakter behalten und die Menschen sollen ihr Auskommen finden."

Ahrenshoop | Wenn es nach Ahrenshoops Bürgermeister Hans Götze geht, könnte in dem 750-Einwohner-Dorf am Ostseestrand fast alles so bleiben wie es ist. "Der Ort soll seinen Charakter behalten und die Menschen sollen ihr Auskommen finden", sagt der parteilose Götze kurz vor der Feierwoche zum 700. Geburtstag der Gemeinde am Übergang von Fischland zum Darß, die am Sonntag beginnt. Ahrenshoop zählt zu den zehn Gemeinden mit dem höchsten Durchschnittsalter im Nordosten. 51,3 Jahre betrug er Ende 2009, der Schnitt im Land nur 45,1 Jahre.

Die wirtschaftliche Situation Ahrenshoops, das fast ausschließlich vom Tourismus lebt, stellt sich derzeit sehr gut dar. "Insgesamt haben wir 2300 Gästebetten, die Auslastung liegt über das ganze Jahr hinweg im Schnitt bei knapp 50 Prozent", berichtet Götze. Damit sei Ahrenshoop auf der Halbinsel der Ort mit der geringsten saisonalen Schwankung. Fünf Hotels der Kategorie Vier-Sterne-Plus sind dabei, erst 2010 wurde das neue Kurhaus mit 140 Betten eröffnet.

Weiteres Wachstum der Bettenzahl soll es nicht geben, betont Götze. Denn die Einheit zwischen gewachsener Struktur, intakter Natur, wie sie am Beispiel des wilden Weststrands zu bewundern ist, und Kunst als Alleinstellungsmerkmal soll erhalten bleiben.

Bis 2013 soll das langersehnte Kunstmuseum stehen

Seit Ende des 19. Jahrhunderts gehört Ahrenshoop zu den Künstlerkolonien und wird damit in einem Atemzug mit Orten wie Worpswede bei Bremen genannt. Seither haben sich immer wieder Künstler niedergelassen, die sich in diese Landschaft verliebt und hier gearbeitet haben. Darunter sind in der internationalen Szene bekannte Namen. Derzeit beherberge der Ort rund zwölf Künstler, erzählt Götze, der selbst als Grafiker arbeitet. Etwa 40 bis 50 Kollegen kommen regelmäßig und haben feste Quartiere.

Bis 2013 soll das langerwartete Kunstmuseum stehen. Vergangene Woche kam die Baugenehmigung, wie Projektleiterin Marion Müller-Axt sagte. Im Herbst soll der Grundstein für den rund 4,5 Millionen Euro teuren Bau gelegt werden. Das Museum soll die Geschichte der Künstlerkolonie dokumentieren.

So könnte alles gut sein, wäre da nicht die Landesstraße 21, die den Ort durchschneidet. An Spitzentagen wurden schon 14 000 Autos gezählt. "Zu 75 Prozent Durchgangsverkehr", sagt Götze.

Hoffnung auf eine "vernünftige Anbindung" von Zingst

Doch es gibt kaum eine realistische Alternativlösung, räumt der Bürgermeister ein. "An dieser schmalen Stelle etwas bauen zu wollen, ist nicht machbar, kein Platz für eine neue Trasse." Entlastung könnte eine "vernünftige Anbindung" von Prerow und Zingst auf der anderen Seite der Halbinsel bringen, um die Urlauber schneller zur Ostsee- Autobahn A20 zu bringen. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass der Bettenwechsel nicht zwangsläufig nur am Sonnabend über die Bühne gehen muss.

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erstellt am 16.Jun.2011 | 06:34 Uhr

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