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Spendenaktion : Ein neues Chorhaus für St. Johannis

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Flachbau kostet 1,3 Millionen Euro / Gemeinde sammelt Spenden

Beengte Räume und stickige Luft – mit diesen Bedingungen müssen sich die Chöre der St.-Johannis-Kantorei während ihrer Proben zufrieden geben. „Und die Situation wird immer schlimmer, da die Kinder- und Jugendchöre sehr beliebt sind und wir einen großen Zulauf haben“, sagt Hans-Günter Eckel (50), Kirchenältester und Mitglied im Gemeinderat. Damit die Kantorei nicht völlig aus den Nähten platzt, plant die Kirchgemeinde ein nagelneues Chorhaus. Das soll in den kommenden zwei Jahren direkt neben der bestehenden St.-Johannis-Kirche im Barnstorfer Wald entstehen.

1,3 Millionen Euro soll der eingeschossige Bau kosten. „Zehn Prozent wollen wir aus Spenden unserer Mitglieder zusammenbekommen“, sagt Hans-Günter Eckel. 80 000 Euro hat die Gemeinde in den vergangenen zwei Adventszeiten bereits sammeln können. „Für jede 50-Euro-Spende bekommen die Unterstützer einen kleinen Backstein geschenkt“, sagt der 50-Jährige.


Behindertenwerkstatt fertigt Backsteine


Die mit der Prägung „Gemeinde-Chorhaus St. Johannis“ versehenen Steine werden von einer Behindertenwerktstatt der Stiftung Bethel in Bielefeld gefertigt. Mehr als 1000 Stück hat die Gemeinde bereits verschenken können. Weitere 1000 sollen noch folgen. Die Unterstützer bekommen mit diesem kleinen Geschenk das Gefühl, aktiv an dem Bau des Chorhauses beteiligt zu sein.

Der Mecklenburger Kirchenkreis fördert das Projekt mit 650 000 Euro. Weitere Gelder bekommt die St.-Johannis-Gemeinde aus öffentlichen Förderungen, Stiftungen und Sponsoren. Bundespräsident Joachim Gauck spendete der Gemeinde als Privatperson für den Bau des neuen Chorhauses insgesamt 25 000 Euro.

Das Grundstück, auf dem der Flachbau innerhalb eines Jahres entstehen soll, hat die St.-Johannis-Gemeinde von der Stadt gekauft. Das Chorhaus entsteht nach den Entwürfen des Hamburger Architekturbüros Johannsen und Partner. Das Büro hat 2012 bei einem Architektenwettbewerb das Rennen gemacht. Die Bauvoranfrage ist bereits positiv beschieden worden.

In dem eingeschossigen Bau soll ein 181 Quadratmeter großer Saal, ausgestattet mit Podesten für die Probe der Chöre, entstehen. Bis zu 180 Chormitglieder finden darin Platz. „Außerdem kann der Saal durch eine bewegliche Wand in zwei Räume geteilt werden“, sagt Hans-Günter Eckel. Zusätzlich werden ein Büro für den Pfarrer, eine Garderobe, eine Küche, Toiletten sowie Räume für die Haustechnik und ein Stuhllager eingerichtet. Ein derzeit noch quer über das Grundstück führender Fußweg wird künftig um das Chorhaus herum geleitet.


Größte Kantorei Norddeutschlands


Noch proben die Chöre der größten Kantorei Norddeutschlands im beengten Vorraum der St.-Johannis-Kirche. Dazu zählen ein erwachsener Figuralchor aus 100 bis 130 Mitgliedern, ein halbprofessioneller Motettenchor aus 30 bis 40 Mitglieder n sowie ein Jugendchor mit etwa 80 Sängern und zwei Kinderchöre mit jeweils 60 Mitgliedern. „In dem Vorraum ist die Luft bei Vollbesetzung schnell alle“, sagt der Kirchenälteste. Nachdem sich die Gemeinde 1946 gründete und anschließend der Bau der nach dem süddeutschen Architekten Otto Bartning benannten Kirche erfolgte, geriet die Planung für ein zusätzliches Gemeindehaus ins Stocken. Seitdem warten die Sänger auf ihr neues Chorhaus. Aus gutem Grund haben sich die Mitglieder für einen Flachbau mit gebührendem Abstand zum Gotteshaus entschieden. „Er soll die Kirche nicht erdrücken“, so der 50-Jährige.

 

 

 

 

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erstellt am 04.Jan.2014 | 06:00 Uhr

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