Ein Hausboot zieht um

<fettakgl>Mit Hilfe von zwei Kränen</fettakgl> wurde das Hausboot von der einen Kaikante zur anderen verfrachtet. <fotos>hans-joachim zeigert</fotos>
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Mit Hilfe von zwei Kränen wurde das Hausboot von der einen Kaikante zur anderen verfrachtet. hans-joachim zeigert

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21. Juli 2010, 07:21 Uhr

Wismar | An Besonderheiten mangelt es in der Wismarer maritimen Welt nicht. So schwebten bereits per Kranhilfe so manche Seefahrzeuge und Landfahrzeuge durch die Lüfte, darunter Fahrgastschiffe, Schlepper, jede Menge Freizeit- und Traditionsschiffe, aber auch Eisenbahnwaggons im Seehafen.

Hausboot schwebt in luftiger Höhe

Allerdings hing noch nie ein kleines Hausboot irgendwo am Haken. Das passierte kürzlich im Westhafen der Hansestadt. Grund war die Umsetzung von der einen Hafenseite zur anderen. Zwei kräftige Hebezeuge waren nötig, um das schwimmende Objekt zunächst auf der Seite der ehemaligen Werft-Ausrüstungspier zu Wasser zu lassen. Per Muskelkraft und etlichen Leinen, sowie Schlauchboot-Unterstützung gelangte das schwimmende Häuschen auf dem Wasserweg zur gegenüberliegenden Kaikante. Dort hing das Objekt wieder am Haken und hat inzwischen seinen endgültigen Platz an Land gefunden. "Eigentlich war dies die verspätete Jungfernfahrt", ulkte Uwe Deutschmann noch vor kurzem. Er ist der Betreiber des Wismarer Sportbootservice Westhafen und damit Organisator der aufwendigen Aktion.

Hausboot kam erstmalig mit Wasser in Berührung

Wahr ist tatsächlich, dass sich dieses Mini-Hausboot seit 2005 auf verlorenem Posten am ursprünglichen Platz vor einer ehemaligen Werfthalle befand. Als Prototyp eines gescheiterten Hausbootsbau-Projektes am Wismarer Standort kam dieser nie zuvor mit dem Wasser in Berührung. Leider fand sich ebenso wenig ein Interessent für das einstige Präsentationsobjekt. Damit begann an dem kleinen Bauwerk mit dem vielen Glas immer mehr der Zahn der Zeit zu nagen. Damit aus dem kurzen Seetransport kein Havariefall entsteht, hatte das Sportboot-Service-Team vorsorglich noch eine vermeintliche Undichtigkeit am Schwimmkörper des Häuschens verklebt.

Der Sportboothafen-Betreiber übernahm das in die Jahre gekommene Freizeitobjekt zu günstigen Konditionen und nutzt es nun landseitig als geräumiges Hafenmeisterbüro mit Aufenthaltsraum und Küche. Außerdem sollen auch Stamm- und Gastlieger davon profitieren. Für sie entstehen darin nach einer umfangreichen Überholung drei zusätzliche Nasszellen. Die Dachterrasse, zu der bereits eine Wendeltreppe führt, wird ebenfalls eine attraktive Verwendung erhalten.

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