Ein großes Herz für kleine Igel

Im Pritzwalker Heinholz werden Igel-Findelkinder gut durch den Winter gebracht.
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Im Pritzwalker Heinholz werden Igel-Findelkinder gut durch den Winter gebracht.

Der Igel ist das Tier des Jahres 2009. In der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in Pritzwalk hat man mit den Stacheltieren seit Jahren Erfahrungen, weil hier eine Igelauffangstation betrieben wird.

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14. August 2009, 09:06 Uhr

Pritzwalk | "Wir füttern hier kleine Igel soweit auf, dass sie unbeschadet den Winterschlaf überstehen", sagt Ingo Sonnenberg von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Jetzt sei es aber noch viel zu früh, kleine Igel einzusammeln und ins Pritzwalker Hainholz zubringen. "Damit sollte man bis Mitte oder Ende Oktober warten, denn noch finden die Igel in der Natur genügend Nahrung, um sich ihren Winterspeck anzufressen", erklärt Sonnenberg.

Der Igel ist ein Tier, das aus seinem eigentlichen Lebensraum, den lichten Wäldern, dem Menschen in die Kulturlandschaft gefolgt ist. Heute findet man den Igel oft in Gartenanlagen. Hier sollten ihm die Kleingärtner auch ein Domizil lassen. "Ein peinlich sauberer Garten ist nicht gut für den Igel. Er findet zwar auf kurzem Rasen seine Nahrung, aber er braucht auch Hecken, Gebüsch und Reisighaufen, in denen er sich verstecken kann", beschreibt Sonnenberg.

In den Zufluchten baut die Igelmutter ein Nest und bringt nach etwa 32 Tagen Tragzeit fünf bis acht Jungen zur Welt. Igel kommen mit weichen Borsten und nackt zur Welt. Etwa zwei Wochen werden sie von der Mutter gesäugt, dann machen sich die Kleinen langsam auf, selbst Nahrung zu suchen. "Dann muss ein kleiner Igel selbst zurecht kommen. Denn dass die Mutter die Kleinen lange Zeit führt wie bei Fuchs oder Dachs, sei eher ungewöhnlich", sagt Sonnenberg. Igel sind in der Regel Einzelgänger und leben nicht in Gruppen.

Viele haben das Bild des Igels mit dem Apfel auf den Borsten im Kopf, allerdings seit das reine Fantasie. Denn Igel fressen Insekten wie Würmer, Raupen und Schnecken. Obst und Gemüse stehen nicht auf ihrem Speiseplan. Deshalb sollten Kleingärtner, die einen Igel im Garten haben, auf Pflanzenschutzmittel verzichten. Für den Winter sollten Laubhaufen in einer geschützten Ecke liegen gelassen werden, um den Igeln Überwinterungsmöglichkeiten zu schaffen.

Wer gern einen Igel im Garten haben möchte, kann bei der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald eine Igelpatenschaft übernehmen. Für die Patenschaft bekommt man gegen eine kleine Spende im Frühjahr einen überwinterten Jungigel, den man im Garten aussetzen kann. Damit der Igel im heimischen Garten auch einen Unterschlupf findet, gibt es gegen einen kleinen Obolus in der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald eine kleine Igelburg: Ein Korb, aus Weiden geflochten, mit einem Eingang, der mit Stroh und Laub gefüllt wird. Er bietet dem Stacheltier dann optimale Lebensbedingungen.

"Der größte Feind des Igels ist aber dennoch der Mensch. Die meisten Igel werden nämlich überfahren, weil Straßen die Lebensräume zerschneiden", schätzt Sonnenberg ein.

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