Ein Beruf mit vielen Facetten

In der Dobbertiner Klosterkirche wird am 18. Oktober ein Tauf- und Konfirmationsgottesdienst gefeiert.Großmann
1 von 2
In der Dobbertiner Klosterkirche wird am 18. Oktober ein Tauf- und Konfirmationsgottesdienst gefeiert.Großmann

Vor gut eineinhalb Jahren stellte sich Sonnhild v. Rechenberg neuen beruflichen Herausforderungen. Die Parchimerin nahm eine Tätigkeit als gemeindepädagogische Mitarbeiterin im Kloster Dobbertin auf. Mit viel Freude an der Sache entdeckt sie täglich neue Facetten eines vielseitigen und ausfüllenden Berufes.

von
01. August 2009, 08:33 Uhr

Dobbertin | Unverwechselbar ragen die beiden Türme der Dobbertiner Klosterkirche in den wolkenblauen Sommerhimmel. Die seltene Doppelturmanlage gilt als prägend für dieses Gotteshaus, dessen mittelalterliches Mauerwerk unter Leitung des Schweriner Schlossbaumeisters Demmler von 1825 bis 1838 in reinster neugotischer Ziegelarchitektur ummantelt wurde. In dieser Kirche wird Daniela am 18. Oktober feierlich in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen. Sie wird getauft, genauso wie Carola, Franziska, Heike, Renee und Andreas. Melanie möchte an diesem Tag ihr Glaubensbekenntnis erneuern und ihre Konfirmation feiern. In einem Taufkurs für Erwachsene bereiten sich die sieben Bewohner des Klosters Dobbertin auf diesen einschneidenden Schritt im Leben vor. Achtmal trafen bzw. treffen sie sich dazu mit Sonnhild v. Rechenberg. Sie ist seit Januar 2008 als erste gemeindepädagogische Mitarbeiterin im Kloster Dobbertin, einer Einrichtung des Diakoniewerkes, tätig. Der Taufkurs ist natürlich nur eine von vielen Facetten ihrer Tätigkeit, die sie als sehr reizvoll beschreibt und die die religiöse und seelsorgerische Begleitung der Bewohner sowie Mitarbeiter des Klosters umfasst. Andachten, Gespräche, Besuche, thematische Runden - inzwischen sind viele Angebote gewachsen, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn nicht die gemeindepädagogische Mitarbeiterin gab den Anstoß für den Taufkurs, sondern ein Bewohner. Andreas stand eines Tages bei Sonnhild v. Rechenberg im Büro und meinte, er wolle sich taufen lassen. Kurz darauf sprach Renee den gleichen Wunsch aus. Der 23-Jährige begleitete seine tief gläubige Mutter erst am vergangenen Wochenende wieder zum Gottesdienst. Mittlerweile haben sich sogar schon Interessenten für den nächsten Kurs vormerken lassen. Bei betriebsinternen Fortbildungen kann sich Sonnhild v. Rechenberg ebenfalls mit einbringen und dabei auch auf ihren 20-jährigen Erfahrungsschatz als Katechetin und Gemeindepädagogin in der Parchimer St. Mariengemeinde aufbauen. Die im vergangenen Jahr erstmals durchgeführten Einführungstage für neue Mitarbeitende aller Einrichtungen des Diakoniewerkes Kloster Dobbertin sollen künftig zur Regelmäßigkeit werden und ganz besonders das Leitbild dieses gemeinnützigen Unternehmens vermitteln: für hilfebedürftige Menschen da zu sein, rund um die Uhr und in jeder Situation. Ein gern gesehener Gast ist Sonnhild v. Rechenberg auch in der Schule zur individuellen Lebensbewältigung. Außerdem betrachtet sie es als ein wichtiges Anliegen, die Zusammenarbeit zwischen Kloster und Kirchgemeinde im Klosterdorf weiter zu stärken. Deshalb ist es zum Beispiel ganz selbstverständlich, dass bei den Taufkursen im Andachtsraum auch immer ein Stuhl für Astrid Lüth, Gemeindepädagogin in Dobbertin und Goldberg, bereit steht: Wird sie doch die Teilnehmer am 18. Oktober taufen bzw. konfirmieren. Und der seit September 2008 im Kloster laufende Konfirmandenkurs für Kinder und Jugendliche ist gekoppelt an die Konfirmandenarbeit der Propstei. Die dabei gewonnenen Erfahrungen möchte Sonnhild v. Rechenberg auch in ihre theologisch-diakonische Weiterbildung an der Fachhochschule Moritzburg einfließen lassen, die sie im nächsten Jahr beenden wird.

"Ich fühle mich in meiner Arbeit von der Geschäftsführung sehr unterstützt und von den Bewohnern sehr freundlich aufgenommen. Es tut gut zu wissen, dass diese Tätigkeit gewollt und gewünscht ist", hat sich Sonnhild v. Rechenberg an ihrem neuen Arbeitsplatz bestens eingelebt. Dass sie bereits am Ufer des Dobbertiner Sees steht, wenn sie aus dem Andachtsraum tritt, darauf kann man fast ein wenig neidisch sein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen