Theater : Ein Abend mit Ringelnatz in Warnemünde

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Martin Stefke konzipiert nach der Autobiografie des Schriftstellers ein Stück, das vor allem von Leidenschaft handelt

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07. März 2015, 12:00 Uhr

In der Kleinen Komödie in Warnemünde wird dem Erfinder des Seemanns Kuttel Daddeldu heute ein Abend gewidmet: „Was passt besser zu dem Ostseebad, als ein Stück, in dem es um Joachim Ringelnatz geht?“, fragt Regisseur Martin Stefke.

Die Inszenierung „Matrosen, Mädchen, Ringelnatz“ handelt von drei Männern, die an einem Abend gemeinsam ihr Leben Revue passieren lassen. Dabei ist das Stück aufgeteilt in vier verschiedene Etappen: die Kindheit, die Seefahrt, die Liebe und allgemein das Leben und der Tod. „Es wird ganz witzig, denn wir haben es so inszeniert, dass wenn sich die Herren beispielsweise an ihre Kindheit erinnern, sie auch wirklich wieder zu Kindern werden und sich natürlich auch allmählich in ältere Herren verwandeln“, verrät Stefke. In vielen Einstellungen gehe es vor allem um Leidenschaft – ob nun zur See, zu Frauen, der Freiheit oder dem Leben selbst.

Das Stück basiert auf dem autobiografischen Buch „Als Mariner im Kriege“: Monatelang war der Soldat Hans Gustav Bötticher während des Ersten Weltkrieges an der Ostseeküste stationiert. „In Warnemünde ließ sichs gut leben“, schrieb er in seinem Buch. Später hat sich der angehende Schriftsteller das Pseudonym Joachim Ringelnatz zugelegt. „Er war sehr beliebt in dem Kurort und wurde von den Kindern oft mit ,Onkel‘ angesprochen. Auch deshalb passt dieser Abend perfekt“, ist sich Stefke sicher.

In seiner Autobiografie berichtet er davon, wie er in Cafés gute Musik hört, am Strand mit den Schwestern Mucky und Tuly Reemi, „Geigenkünstlerinnen“ aus Mexiko, die ihn zu Konzerten ans Rostocker Theater einladen, flirtet und mitunter erzählt er von seinen „Schiffsjungenstreichen in Westindien und Britisch-Honduras“. „Wir verwenden mit Absicht keine Zitate in der Aufführung, sondern lassen die Zuschauer einfach mit den Schauspielern die Situation erleben“, so der Regisseur.

Die drei Männer werden verkörpert von Sabrina Frank, Juschka Spitzer und Christian Kuzio. Letzterer hat ebenfalls die Musik für das Stück komponiert. „Und da sind auch einige Hits dabei. Bei uns war es nachher schon so weit, dass wir morgens mit einem Ohrwurm von den Proben aufgewacht sind. Der Abend wird wegen des Schauspiels und der Kulisse ein Spektakel“, verspricht Stefke.

Weitere Termine für die Aufführung in der Kleinen Komödie sind: 15., 19. und 29. März, 2., 6., 17. und 29. April

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