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Lokales

22. September 2017 | 22:29 Uhr

Ein Abend in Schwarz-Weiß

vom

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erstellt am 08.Okt.2010 | 08:35 Uhr

Stadtmitte | Ganz in Schwarz-Weiß ist es gestern bei der Jahresköste der Kaufmannschaft zu Rostock zugegangen. Denn nach dem gemeinsamen Empfang im Rathaus trennten sich die ausschließlich männlichen und traditionell im Smoking erschienenen 110 Mitglieder und ihre 40 männlichen Gäste von ihrer weiblichen Begleitung. Während das Damenprogramm im Lokschuppen stattfand, begab sich die Kaufmannschaft geschlossen in den Apollosaal des Steigenberger Hotels Sonne. Dort folgten sie dem mehrere hundert Jahre in die Vergangenheit reichenden Brauch der Jahresköste.

Bei dieser Gelegenheit sammelt die Kaufmannschaft von ihren Mitgliedern und Gästen Spenden ein, um das soziale, kulturelle und sportliche Miteinander der Stadt zu fördern. "Hauptzweck der Wohltätigkeitsveranstaltung in diesem Jahr ist die Herstellung von Parkflächen für die Kunsthalle", sagt Öllermann Reinhard Wolfgramm. Das sei ein wichtiger Baustein zur Erreichbarkeit und damit zur Attraktivitätssteigerung der Kultureinrichtung. "Immerhin handelt es sich hier um den einzigen Museumsneubau der ehemaligen DDR", sagt Wolfgramm. Die Spende sei auch Anerkennung für die Fortschritte des Betreibervereins.

Von der Platznahme bis zum aufgetischten Vier-Gänge-Menü ist der Ablauf der Jahresköste streng vorgegeben. Traditionell besteht der erste Gang aus klarer Ochsenschwanzsuppe, gefolgt von Mecklenburger Schweinerippenbraten sowie Rostocker Beerengrütze. Zum Abschluss wird den Mitgliedern eine Auswahl an Rohmilchkäse gereicht.

Dabei unterbrechen immer wieder Reden die verschiedenen Gänge. Den Auftakt bildete gestern Abend Uwe Lemcke, der als Erster Schenke die wirtschaftliche Situation der Hansestadt beleuchtete. Auch Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos), selbst Mitglied der Kaufmannschaft, richtete ein paar Grußworte an die Mitglieder. Den ironisch angehauchten Dank an die Frauen übernahm der Zweite Schenke Matthias Herrmann.

Wie er entstammen die Mitglieder alle dem lokalen Wirtschaftsleben. Maximal dürfen in die 1994 wiedergegründete Kaufmannschaft 125 Männer aufgenommen werden. Zuvor war sie 45 Jahre lang aufgelöst, obwohl ihre Vorläufer bis in das 14. Jahrhundert reichen. "Sie baut auf mittelalterlichen Traditionen auf", sagt Wolfgramm. Ziel ist es, das wirtschaftliche, kulturelle und historische Ansehen Rostocks über die Region hinaus zu vermitteln. Darüber hinaus wollen die Mitglieder weltweit Kontakte zum Wohle der Stadt aufbauen.

Im vergangenen Jahr haben sie auf der Jahresköste 40 000 Euro für die Renovierung des Gustav-Adolf-Saals in der Petrikirche und den Ankauf eines Bassetthornes für die Hochschule für Musik und Theater (HMT) gespendet. Letzteres hörten die Gäste gestern zur Eröffnung des Abends im Festsaal des Rathauses.

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