Ehemaliges Arbeitsamt wird zur Altenpflegeschule

<strong>Gebäude mit Geschichte:</strong> Im ehemaligen  Großherzoglichen Amt saßen SED-Landesleitung, Wirtschaftsrat und Arbeitsamt. Jetzt zieht eine Altenpflegeschule ein.<foto>Cordes</foto>
Gebäude mit Geschichte: Im ehemaligen Großherzoglichen Amt saßen SED-Landesleitung, Wirtschaftsrat und Arbeitsamt. Jetzt zieht eine Altenpflegeschule ein.Cordes

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01. Juli 2010, 07:14 Uhr

Paulsstadt | Bauarbeiten bestimmen derzeit das Bild des ehemaligen Arbeitsamtes am Pfaffenteich. Nach Jahren des Leerstandes wird das repräsentative Gebäude in der Alexandrinenstraße nun umgebaut, denn es bekommt eine neue Nutzung. Einziehen soll dort im Herbst die Altenpflegeschule des Diakoniewerks "Neues Ufer" Rampe, die derzeit in Räumen am Bleicherufer untergebracht ist.

Das gut 75 Meter lange Gebäude am Westufer des Pfaffenteichs gehört zu den markantesten und geschichtsträchtigsten der Stadt. Es hat schon sehr unterschiedliche Nutzer beherbergt. Erbaut worden ist es im Zuge der Rückverlegung der Residenz von Ludwigslust nach Schwerin im Auftrag von Großherzog Paul Friedrich. Unter der Leitung von Landesbaumeister August Wilhelm Bartning, bekannt auch durch das Bartningsche Palais in der Münzstraße, wurde das Großherzogliches Amt Schwerin in den Jahren 1842 bis 45 errichtet. Es verwaltete die großherzoglichen Immobilien und landwirtschaftlichen Güter, die Seen und Wälder, das Dominalarbeitshaus, die damalige Irrenanstalt und weitere Besitzungen der Fürstenfamilie. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog die Landesleitung Mecklenburg der SED ein, später der Wirtschaftsrat des Bezirkes Schwerin. Nach der Wende wurde es Sitz des Arbeitsamtes Schwerin. Nach dessen Umzug zum Margaretenhof stand es einige Jahre leer.

Jetzt gehört das imposante Gebäude Investor Michael Weiß, der es einer neuen Nutzung zuführt und dafür umbauen lässt. Rund 3,5 Millionen Euro investiert der Bauherr. Hauptmieter wird das Diakoniewerk, das für seine neue Altenpflegeschule rund 2500 Quadratmeter Nutzfläche bekommt, der Gebäudeteil Alexandrinenstraße 21 wird Wohnhaus. Dort entstehen auf rund 700 Quadratmetern sechs attraktive Wohnungen.

"Unsere Schule für Altenpfleger und Altenpflegerhelfer wächst und gedeiht, wir haben derzeit bereits mehr als 300 Schüler in der Einrichtung und brauchen größere Räumlichkeiten", erläutert Bernd Budde, Geschäftsführer des Diakoniewerkes "Neues Ufer" Rampe. "Wir planen, mit unserer Bildungseinrichtung im Herbst vom Bleicherufer zum Pfaffenteich umzuziehen", kündigt Budde an.

Bauleiter Stefan Hill ist optimistisch, dass der Termin gehalten wird. "Das Gebäude befindet sich in einem guten baulichen Zustand. Es ist unverkennbar, dass es als großherzoglicher Verwaltungssitz sehr solide errichtet wurde", sagt Hill. Größte Herausforderung sei, den vorgesehenen Umbau zu Schulungsräumen mit den Forderungen des Denkmalschutzes unter einen Hut zu bekommen. So muss beispielsweise der repräsentative Saal mit 75 Quadratmetern Grundfläche und mehr als acht Metern Raumhöhe erhalten bleiben. "Wir stehen in sehr gutem Kontakt zu den Behörden von Stadt und Land, die Landeshauptstadt hilft uns auch bei Problemlösungen", berichtet Hill und stellt der Verwaltung gute Noten aus.


Für die Bauausführung hat Hill nur einheimische Firmen ausgewählt. Das sichere Zuverlässigkeit, Termintreue und Qualität. "Bei so einem riesigen Projekt - wir reden hier über mehr als 3000 Quadratmeter Nutzfläche - muss alles wie am Schnürchen laufen", betont Hill. Nach Fertigstellung des ersten Bauabschnittes - der Berufsschule - noch in diesem Jahr soll auch der zweite - die Wohnungen - zeitnah abgeschlossen werden. Hill rechnet damit, dass im Frühjahr 2011 die Übergabe gefeiert werden kann.

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