zur Navigation springen

Uni-Professor Reisinger für sofort verfügbare Bögen : EHEC: Rostocker Arzt will Konsequenz

vom

Die EHEC-Epidemie gibt nach Ansicht des Rostocker Epidemiologen und Tropenmediziners Reisinger Anlass, einige Regularien beim Umgang mit solchen Krankheitswellen zu überdenken.

Rostock | Die nachlassende EHEC-Epidemie gibt nach Ansicht des Rostocker Epidemiologen und Tropenmediziners Emil Reisinger Anlass, einige Regularien beim Umgang mit solchen Krankheitswellen zu überdenken. "Um schneller Erkenntnisse über das Krankheitsgeschehen und den Ursprung zu erhalten, müssen die Bögen zur Patientenbefragung eher bereitstehen", so Reisinger . Dazu sollten entsprechende Fragebögen schon vor einer Epidemie ausgearbeitet sein, die dann beim Auftreten einer neuen Seuche schnell angepasst werden können. "Wenn man bei EHEC früher auf die Quelle gekommen wäre, hätte man einige Fälle verhindern können."


Auswertung an zentraler Stelle

Es hatte Mitte Mai nach Bekanntwerden des vermehrten Auftretens von Durchfallerkrankungen mehrere Tage gedauert, bis die Fragebögen zur Verfügung standen. "Sie müssen künftig ins Internet gestellt werden, wo sie abgerufen werden und dann an eine zentrale Stelle zur Auswertung geschickt werden können", sagte Reisinger. Die technischen Möglichkeiten des Internets würden noch nicht genügend genutzt, Briefe sollen bei einer Epidemie keine Rolle mehr spielen. Oft würden bei der Ablehnung von Internet oder E-Mail Probleme beim Datenschutz genannt. "Bei einer Epidemie sollte der Datenschutz aber nicht auf die Spitze getrieben werden" , so der Mediziner.

Die EHEC-Krise habe auch auf Probleme bei der Kontrolle von Lebensmitteln hingewiesen. "Es ist interessant, dass auch von Bio-Produkten Gefahren ausgehen können. Es muss überlegt werden, ob die aktuellen Vorschriften für die Kontrolle von Bio-Nahrungsmitteln ausreichen", sagt Reisinger. Bio-Höfe und die dort hergestellten Lebensmittel werden von den Bioverbänden überwacht. Reisinger schlägt vor, Biolebensmittel auch von staatlichen Behörden kontrollieren zu lassen.

Aus den vorangegangenen Epidemien wie Schweine- oder Vogelgrippe sei schon viel gelernt worden, betont Reisinger. So habe bei EHEC der Kontakt zwischen niedergelassenen Ärzten und Kliniken sehr gut geklappt. Der "Seuchenplan" sei gut umgesetzt worden. In diesem Zusammenhang lobte Reisinger auch die Medien. Die schnell verbreiteten Warnungen vor Lebensmitteln hätten zur "Verunsicherung" der Menschen geführt. Dies wiederum habe zur Folge gehabt, dass einige Lebensmittel gemieden wurden, was zur Eindämmung von EHEC geführt habe.

zur Startseite

von
erstellt am 19.Jun.2011 | 06:08 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen