EHEC-Gurken aus Spanien: Ärzte raten zur Vorsicht

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26. Mai 2011, 07:38 Uhr

Rostock | Auf der Intensivstation der Südstadtklinik wird derzeit eine EHEC-Patientin behandelt. Am Sonnabend kam die 29-Jährige mit starken Bauchschmerzen und Durchfall ins Krankenhaus. "Sie befindet sich mittlerweile auf dem Weg der Besserung", sagt Chefarzt PD Dr. Klaus Wagner von der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Die junge Frau spreche gut auf die Behandlung an. Die Infizierung mit EHEC-Bakterien hatte bei ihr zu einer Störung der Nierenfunktion geführt.

Derweil hat das Hamburger Hygiene-Institut EHEC-Erreger an spanischen Salatgurken festgestellt. Ob damit die ausschließliche Quelle gefunden wurde, ist aber noch unklar. Wer sich an simple Vorsichtsmaßnahmen halte, könne die Gefahr einer Infektion jedoch vermindern, sagt PD Dr. Hans-Christof Schober, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin. Gründlich die Hände waschen, Obst und Gemüse sorgfältig reinigen, empfiehlt er. Auf Nummer sicher geht, wer das Lebensmittel auf 70 Grad Celsius erhitzt. "Das tötet alle Bakterien ab", so Schober. Wer nicht auf rohes Gemüse verzichten möchte, dem rät der Chefarzt zum Einkauf beim Bauern nebenan.

Trotz aller Mahnungen zur Vorsicht warnen Schober und Wagner vor Hysterie. "Nicht jede Durchfallerkrankung ist gleich eine EHEC-Infektion", sagt Schober. Das sei auch an der Zahl der Verdachtsfälle abzulesen, die immer wieder nach unten korrigiert werden musste: "Am Anfang war von 800 Fällen die Rede, nun sind es nur noch 180." Was trotzdem viel ist: "In zwei Wochen sind das so viele wie sonst in einem Jahr", sagt Wagner.

Wer unter blutigem Durchfall leidet, sollte einen Arzt aufsuchen. "Schwangere sollten das sogar noch eher tun als alle anderen", rät Wagner. Denn für das ungeborene Kind sei der mit der Durchfallerkrankung einhergehende Flüssigkeitsverlust gefährlich. Eltern sollten bei der Ernährung ihrer Kinder zurzeit generell vorsichtig sein.

"Normalerweise ist dies eine typische Kinderkrankheit", sagt Schober. Er vermutet, dass eine Mutation dazu geführt hat, dass nun auch vermehrt Erwachsene betroffen sind. Besonders ältere Menschen und Frauen zwischen 20 bis 35 Jahren sind anfällig. Wer Durchfall bekommt, so die Ärzte, sollte ihn nicht unterbinden. "So werden die Keime ausgestoßen", sagt Schober. Von Antibiotika rät er dringend ab. Nur bei etwa 15 Prozent kommt es zu Nierenstörungen. Grund dafür ist ein Gift, das die EHEC-Bakterien produzieren.

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