Edelstahl statt Kiefernholz

Neben Bänken standen auch Abfallbehälter im Fokus der Begehung.
Neben Bänken standen auch Abfallbehälter im Fokus der Begehung.

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30. Mai 2011, 07:29 Uhr

Wittenberge | Die Pläne zur Gestaltung des Clara-Zetkin-Parks werden konkret. Am Samstagvormittag hatte die Stadtverwaltung interessierte Bürger erneut eingeladen, im Gespräch mit Landschaftsplaner Hagen Rossmann ihre Anregungen vorzubringen, diesmal direkt vor Ort.

Im Gegensatz zu bisherigen Informationsveranstaltungen, die sich fast ausschließlich mit Parkplänen auf dem Papier beschäftigten, hieß es am Samstag Platz nehmen und ausprobieren. Ein Hersteller von Außenmöbeln aus Baden-Württemberg hatte zu diesem Zweck verschiedene Bankmodelle mitgebracht, anhand derer sich die Bürger selbst ein Bild - oder besser eine Gefühl - vom Sitzkomfort und der optischen Anmutung möglicher Ausstattungsvarianten machen konnten.

Die zentrale Frage orientierte sich dabei weniger am Design als am Material. Holz oder Metall? Vor- und Nachteile wurden kritisch abgewogen. "Auf alle Parkmöbel geben wir eine lebenslange Rostgarantie, für die Haltbarkeit der Holzauflagen garantieren wir 25 Jahre lang", machte Robert Ziegler, Geschäftsführer des Möbelherstellers, seinen Qualitätsanspruch deutlich. "Und Sie können sicher sein: Mit menschlicher Körperkraft allein sind diese Bänke nicht zu zerstören, da braucht es rohe Gewalt und schweres Werkzeug."

Das überzeugte viele Anwesende, schwerer fiel die Materialentscheidung. Holz ist wärmer und sieht schöner aus, argumentierten die einen, Es bleicht aus und ist leichter zu zerstören, hielten andere dagegen. Schließlich fiel das Votum zugunsten eines Bankmodells aus Edelstahl entlang der Wege und einer Bank mit mehreren Einzelsitzen, die sich in gebogener Ausführung den runden Plätzen entlang der Hauptachse anpassen soll.

Eine weitere Entscheidung stand mit der Wahl der Baumart für die Hauptachse vom Gesundheitszentrum zur Sandfurttrift auf dem Programm. Hier sprach sich die Mehrheit für die Elsbeere, den Baum des Jahres 2011, aus. Damit soll der Altbestand aus Kastanien ergänzt werden. "Abseits der zentralen Parkquerung wird allerdings eine vielfältige Artenmischung angestrebt", sagte Planer Rossmann. Die behutsame Erneuerung des Baumbestandes stehe im Fokus, Neupflanzungen sollten mindestens 16 bis 18 Zentimeter Stammumfang haben und Stümpfe abgefräst werden, um Pflegeleichte, ebene Rasenflächen zu erhalten, umreißt der Planer die Ergebnisse.

Auf Basis der am Samstag getroffenen Entscheidungen arbeitet Hagen Rossmann nun einen abschließenden Rahmenplan aus, in dem detailliert vom Wegesystem über Pflanzenarten bis hin zur Möblierung alles festgelegt ist. "Auf dieser Basis können dann Fördermittel eingeworben werden", so Rossmann.

Erste Arbeiten könnten schon im September beginnen, denn es steht eine Ersatzpflanzung aus einer Baumaßnahme an, mit der die Hauptachse mit Elsbeeren gestaltet werden könnte.

Die Liegebank auf dem Titelseitenfoto der heutigen Ausgabe war bei jüngeren und älteren Teilnehmern der Begehung gleichermaßen beliebt, so dass sie als "Experiment" mit in den Rahmenplan aufgenommen werden soll. "Einzeln stehende Exemplare an exponierten Stellen kann ich mir vorstellen", sagt Planer Rossmann. "Wenn sich herausstellt, dass sie beliebt sind, kann man den Bestand immer noch aufstocken."

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