Durchblicke seit 50 Jahren

Birgit Runge hat ein kleines charmantes Geheimnis: Sie trägt Brille, obwohl sie eigentlich (noch) gar keine nötig hat. Aber der Beruf verpflichtet.  Barbara haak
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Birgit Runge hat ein kleines charmantes Geheimnis: Sie trägt Brille, obwohl sie eigentlich (noch) gar keine nötig hat. Aber der Beruf verpflichtet. Barbara haak

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12. Juni 2010, 01:57 Uhr

wittenberge | Gut sehen mit neuer Brille und gleichzeitig gut oder noch besser aussehen: Die allermeisten Kunden, die die Tür zum Augenoptikgeschäft Tautenhahn öffnen, kommen genau mit diesen Wünschen. Seit 50 Jahren ist das so. Die Brillenmode hat sich gewandelt. Die Qualität von Gläsern und die Möglichkeiten des Optikers sowieso. Das eingeführte Wittenberger Fachhandwerkgeschäft ist geblieben.

Am 1. Juli 1960 schloss der staatlich geprüfte Augenoptiker Günter Tautenhahn das erste Mal als Eigentümer sein Geschäft in der Bahnstraße auf. Der gebürtige Erzgebirgler war zu jener Zeit aber schon etliche Monate in der Stadt, hatte sich als Angestellter darauf vorbereitet, das in der Stadt bekannte Optikergeschäft von du Maires zu übernehmen, nachdem der Chef verstorben war.

Für Tautenhahn war es nicht nur der Schritt in seine berufliche Selbstständigkeit mit allen Herausforderungen, Freuden und auch Unwägbarkeiten, die so ein Entschluss mit sich bringt. Was der Augenoptikermeister damals noch nicht wissen konnte, er begründete damit eine Familientradition. Denn Tochter Birgit Runge trat beruflich in die Fußstapfen ihres Vaters.

Als 18-Jährige auf dem Weg zum Abitur war das noch nicht unbedingt abzusehen, sagt Birgit Runge. Gern hätte sie Medizin studiert. Es klappte nicht. Also folgte sie beruflich ihrem Vater nach. Eine sehr gute Entscheidung, sagt sie heute. Und das nicht nur in Bezug auf die fachlichen, also die augenoptischen Aspekte ihres Berufes. "Der Beruf erfordert sehr viele Kontakte zu Menschen, man benötigt Einfühlungsvermögen, muss sich auf die Kunden, die gleichzeitig auch Hilfe- und Ratsuchende sind, einstellen können. Birgit Runge kann es. Jahrelang hat sie das als Mitarbeiterin im Geschäft ihres Vaters bewiesen. Seit 1999 ist sie in der Verantwortung, übernahm sie die Leitung des Fachbetriebes, in dem über Jahre auch immer die Mutter mit tätig war.

"Ja, es habe den Vater gefreut, dass er in ihr die Nachfolgerin fand", sagt Birgit Runge lächelnd. So wie es sie auch freuen würde, wenn die Tochter eines Tages das Familienunternehmen fortführen würde. Beruflich geht die junge Frau die ersten Schritte auf diesem Weg.

Zehn Mitarbeiter sind bei der Augenoptik Tautenhahn beschäftigt. Birgit Runge kümmert sich in der Hauptverantwortung um das Geschäft in Wittenberge. Ihr Gatte Detlef betreut hauptsächlich die Filiale in Pritzwalk.

2002 haben Runges die Wittenberger Filiale vergrößert. "Die Werkstatt war zu eng geworden. Auch sonst fehlte es an Platz", begründet Birgit Runge diesen Schritt, der neben der täglichen Arbeit Kraft und Zeit kostete. Und trotz alle dem: Die Geschäftsfrau findet auch noch Zeit, sich im Interessenring WIR zu engagieren. Und das schon seit Jahren. Auf die Frage, ob das gut für Geschäftskontakte sei, lächelt die symphatische Frau. "Sicher auch. Aber deshalb mache ich das ganz bestimmt nicht. Ich möchte, dass es hier weitergeht, dass nicht eines Tages die Bürgersteige hochgeklappt werden. Wenn ich etwas tun kann, dann tue ich es - in diesem Fall im WIR."

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