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Bürgerinitiative : Dummerstorfer wollen keine Windparks

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Größte Bürgerinitiative in MV ist gegen den unkoordinierten Ausbau von Windkraftanlagen. Bürgermeister weist die Vorwürfe zurück.

von
erstellt am 26.Feb.2015 | 11:50 Uhr

Reinhard Beumer und Uwe Barsewitz sind schockiert. Nur etwa 900 Meter von ihrer Haustür in Petschow entfernt will die Gemeinde zwei Windparks zulassen. Die entsprechenden Eignungsgebiete sind längst ausgeschrieben. Erst im November seien die beiden Männer bei einer Informationsveranstaltung über die Pläne informiert worden. Sie bringen ihre Kritik auf den Punkt: „Wir fühlen uns uns vor vollendete Tatsachen gestellt“. Mit einer Bürgerinitiative wollen sie nun gegen das Projekt vorgehen.


Anwohner fürchten Wertverlust


„Schon nach der Einwohnerversammlung war klar, dass wir etwas tun müssen. Ich griff noch abends zum Telefon“, schildert Reinhard Beumer. In der Folge gründeten Beumer, Barsewitz sowie weitere Mitstreiter wie Dirk Lüskow und Rudolf Kalina die Initiative „Gegenwind Dummerstorf“, die mittlerweile fast 900 Mitglieder umfasst. „Damit sind wir die größte Bürgerinitiative in ganz MV“, sagt Uwe Barsewitz. Der Rentner fürchtet beim Bau der Windparks vor allem um den Wertverlust seines Petschower Eigenheims. „Wer kauft ein Haus, das nur 900 Meter von Windrädern entfernt ist und an der Autobahn liegt?“, sagt der Rentner. Aber auch Folgen wie Schlagschatten, Lärmbelästigung oder durch den Infraschall bedingt Gesundheitsschäden zählt der 65-Jährige auf.

„Wir haben nichts gegen Windenergie, positionieren uns aber klar gegen den unkoordinierten Ausbau in unserer Region“, sagt Reinhard Beumer. Er wirft der Landesregierung vor, den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen. Speichern könne man die gewonnene Energie schließlich nicht.

Darüber hinaus kritisiert der Initiativkreis die Besitzverhältnisse des Bodens, auf dem die Windparkgebiete ausgewiesen worden sind. Beumer sagt: „Das Land gehört den Bauern Bierschenk und Markmann und dem Bürgermeister.“ Für „Gegenwind Dummerstorf“ habe das einen Beigeschmack.

Bürgermeister Axel Wiechmann (CDU) kann die Vorwürfe nicht nachvollziehen. „Reinhard Beumer saß bis 2014 selbst in der Gemeindevertretung und hat die Beschlüsse mit auf den Weg gebracht. Ähnliches gilt für Rudolf Kalina (SPD), der aktuell noch Gemeindevertreter ist und als Mitglied der Arbeitsgruppe Bioenergie in die Entscheidungen eingebunden war“, sagt Wiechmann. Der Bürgermeister ist sich keines Fehlers bewusst. „Meine eigenen Flächen liegen zudem seit 20 Jahren dort und sind nachhaltig an die Gemeinde gebunden.“ Wiechmann verweist auf die Entscheidungsgewalt der gesamten Gemeindevertretung: „Ich alleine habe die Beschlüsse schließlich nicht gefasst.“

Kommt es doch noch zu einer Annäherung beider Seiten? Im  März wollen der Initiativkreis und Bürgermeister Wiechmann sowie sein Stellvertreter und Gemeindevorsteher Helmut Schink zu einem Gespräch zusammenkommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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