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Gewinnausschüttung entpuppt sich als Kaffeefahrt : Dubiose Firma zockt Senioren ab

vom

Der Finanzdienstleister Dr. Neumann und Partner hat es scheinbar auf die Ersparnisse der Senioren aus der Region abgesehen.

svz.de von
erstellt am 18.Mär.2011 | 07:47 Uhr

Plau am See | Das riecht nach Abzocke: Der Finanzdienstleister Dr. Neumann und Partner hat es scheinbar auf die Ersparnisse der Senioren aus der Region abgesehen. Per Postwurfsendung lädt die Firma Senioren aus der Region zu einer Fahrt ein, bei deren Verlauf sie Restguthaben aus verschiedenen Gewinnspielen ausgehändigt bekommen sollen. Doch hinter der vermeintlichen Gewinnausschüttung steckt eine Kaffeefahrt aller erster Güte. Statt Geld oder Preise werden den Senioren verschiedenste Artikel zum angeblich unschlagbar günstigen Preis angepriesen. Der Firma auf den Leim gegangen ist auch der Plauer Fritz M. (Name der Redaktion bekannt). "Das ist gewerblicher Betrug", schimpft der betroffene Herr. Was er von der Fahrt in eine Rastower Gaststätte schildert, klingt ungeheuerlich: Der Moderator habe die Gäste beleidigt und diffamiert. Einige hilflose Frauen seien gar aus dem Saal geworfen worden, "weil sie kein freundliches Gesicht machten, obwohl sie doch so reichlich beschenkt würden, und weil sie keine der angebotenen Artikel kauften." Den Heimweg mussten sich diese Damen auch gleich selbst organisieren, denn auf den Saalverweis folgt das Verbot, an der Busrückfahrt teilzunehmen. Im Saal geht die Verkaufsshow indes munter weiter: Die Senioren - vermutlich alle aus der Region zwischen Plau, Goldberg, Lübz und Sternberg, so Fritz M. - werden vom Moderator regelrecht bedrängt, Artikel wie Salben zu horrenden Preisen zu kaufen, so schildert es der Plauer. Eine angeblich hochwirksame Salbe beispielsweise solle Schmerzen durch Bienengift lindern, hieß es. Fritz M. greift zu. "Erst zu Hause hab ich mir das durchgelesen und gemerkt: Mensch, das steht da gar nicht drauf, was der Moderator uns erzählt hat", sagt Fritz M. Die Nachfrage bei der Herstellerfirma bringt dann den nächsten Schock: Statt der bezahlten 30 Euro sei die rein kosmetische Salbe lediglich 6,69 Euro wert. Und für M. kommt es noch schlimmer: Als sich die Senioren angeblich kostenlose Artikel wie Kameras, Mikrowellen oder Messersets aussuchen dürfen, werden sie dazu angehalten, eine Bestätigung für die Sponsoren der Preise zu unterschreiben. Ein folgenschwerer Fehler, denn damit hat M. seine Einwilligung zu einem Kaufvertrag gegeben. Nun will ihn der Finanzdienstleister juristisch belangen und zur Zahlung zwingen. Doch Fritz M. will sich wehren und sucht Senioren, die ebenfalls auf die Kaffeefahrt hereingefallen sind.

Bei der Verbraucherzentrale ist der Finanzdienstleister Dr. Neumann und Partner längst kein Unbekannter mehr. "Es handelt sich um einen klassischen Lockruf zu einer Kaffeefahrt", bestätigt Cornelia Nagel von der Neuen Verbraucherzentrale in Schwerin.

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