zur Navigation springen
Lokales

11. Dezember 2017 | 03:09 Uhr

Drogendealer gesteht umfassend

vom

svz.de von
erstellt am 11.Mai.2010 | 09:04 Uhr

Wittenberge/Neuruppin | Gestern wurde vor dem Landgericht der 59-jährige Peter-Michael E. aus Wittenberge wegen Drogenhandels zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt.

Im vorderen Kellerbereich seiner Lagerräume im Veritas-Park an der Bad Wilsnacker Straße in Wittenberge wollte Peter-Michael E. eine Wurmaufzuchtstation aufbauen. Die Würmer wollte er als Köder in seinem Angelsportgeschäft verkaufen. Im hinteren Keller befand sich eine Cannabisplantage. Die flog bei einer Durchsuchung am 24. November

vergangenen Jahres auf. Peter-Michael E. wurde festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Gestern wurde er von der ersten großen Strafkammer des Landgerichts Neuruppin zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Das war das Ergebnis einer Vereinbarung zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Gegen ein umfassendes Geständnis wurde dem Angeklagten eine Höchststrafe von dreieinhalb Jahren zugesichert. Über seinen Verteidiger Martin Lindemann ließ Peter-Michael E. folgendes erklären.

Demnach hatte der gebürtige Eberswalder 2007 in dem Gewerbepark in Wittenberge Räume angemietet. Dort lagerte der Profi-Angelsportler den Warenbestand für seinen Vertrieb von Angelsportartikeln, züchtete die Würmer. Irgendwann habe ihn ein Niederländer angesprochen, dass sich die Örtlichkeiten gut für eine Cannabisaufzuchtanlage eignen würden. So geschah es auch. Das ging so lange gut, bis Peter-Michael E. ins Visier der Polizei geriet. Die hatten durch polnische Kollegen einen Hinweis auf einen gewissen Peter in Wittenberge bekommen. Am frühen Morgen des 24. November standen die Beamten mit einem Durchsuchungsbefehl in der Bad Wilsnacker Straße.

Während sie noch auf den Schlüsseldienst warteten, erschien der Angeklagte. "Junge, ich führe dich zur Plantage", sagte er zu dem Beamten Gordon W. Der hatte den Einsatz gut in Erinnerung. "Es roch mörderisch nach Wurm", sagte er gestern. So stark, dass der typische Cannabisgeruch überdeckt wurde. Doch hinter aufgestapelten Styroporkisten entdeckte die Polizei eine weitere Stahltür. Dahinter konnten sie 898 Cannabispflanzen, Körbe mit Cannabisblüten und rund neun Kilogramm bereits in Folientüten verschweißtes Marihuana sicherstellen.

Der Angeklagte war von Anfang an kooperativ. Besonders beeindruckt hat das

ehemalige Mitglied der deutschen Nationalmannschaft im Sportfischen die knapp sechs Monate Untersuchungshaft. "Das war mit die härteste Zeit meines Lebens. In so einer Einrichtung möchte ich nicht meinen 60. Geburtstag

verbringen", sagte er gestern.

Zurzeit läuft ein Insolvenzeröffnungsverfahren über sein Angelsportgeschäft. Die Zukunft seines Betriebes beschäftige ihn sehr, so Peter-Michael E. Das sei ein saisonales Geschäft. "Man kann nur ein halbes Jahr Geld damit verdienen." Bisher ist er relativ straffrei durchs Leben gekommen. Insbesondere mit Drogen hatte er bisher nichts zu tun.

Sein Verteidiger Lindemann beantragte die Aufhebung des Haftbefehls. Das Gericht entließ den Angeklagten zwar gestern aus der Haft, setzte den Haftbefehl allerdings nur außer Vollzug. Peter-Michael E. muss sich wöchentlich bei der Polizei melden, denn das Gericht befürchtet, dass sich der 59-Jährige seiner noch zu verbüßenden Strafe von wahrscheinlich noch anderthalb Jahren entziehen und untertauchen könnte, begründete das Gericht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen