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Lokales

19. September 2017 | 22:36 Uhr

Dreifachmörder kam aus der Prignitz

vom

svz.de von
erstellt am 06.Mär.2011 | 07:25 Uhr

Genthin/Wittenberge | Drei Menschen erschossen, auf der Flucht erschoss sich der mutmaßliche Täter selbst. Viel mehr ist über die Schreckenstat vom vergangenen Donnerstag auf einem Schießplatz in Genthin nicht bekannt.

Nach Recherchen unserer Zeitung kommt der Täter aus Wittenberge.Er soll hier in einer betreuten Wohnung gelebt haben. Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, der mutmaßliche Täter sei psychisch auffällig gewesen. Eine offizielle Bestätigung gibt es für all das nicht.

Über das Motiv der Tat gebe es nicht einmal eine Vermutung, sagte ein Polizeisprecher am Wochenende in Magdeburg. Waren die beiden Männer und die Frau Zufallsopfer? War die Tat geplant oder eine Kurzschlusshandlung nach einem Streit? "Wir wissen nicht einmal, ob die vier sich kannten." Es hätten sich auch keine Zeugen gemeldet. "Das wird jetzt mühevolle Puzzlearbeit der Kriminalisten", sagte der Sprecher.

Am Donnerstag waren auf einem Schießübungsplatz in Genthin an der Landesgrenze zu Brandenburg eine 44-Jährige, deren 25-jähriger Sohn und der 62-jährige Platzwart erschossen worden. Ein Wachmann hatte die Leichen gefunden und die Polizei alarmiert.

Die hatte bald einen 28-Jährigen in Verdacht, der sich am Freitag nach stundenlanger Flucht in einem rund 75 Kilometer entfernten Waldstück mit einem Kopfschuss selbst tötete.Über die Identität und ein mögliches Motiv des mutmaßlichen Täters sagen die Ermittler ebenso wenig wie über den möglichen Tatablauf.

"Wir ermitteln mit Hochdruck, Details bekommen Sie von mir dazu keine. Auch nicht über den mutmaßlichen Täter", sagte Staatsanwalt Thomas Kramer und verweist auf die laufenden Ermittlungen. Noch ist nicht einmal geklärt, ob der 28-Jährige und die Opfer auf dem Schießplatz durch dieselbe Waffe starben. Ein ballistisches Gutachten dazu soll erst Ende der Woche fertig sein. In Halle obduzieren Gerichtsmediziner die vier Leichen. "Ich gehe davon aus, dass die Ergebnisse morgen vorliegen", sagte Kramer.

Derweil konzentrieren sich die Ermittler darauf, Licht ins Dunkel des Verbrechens zu bringen. Sie befragen weiter Zeugen, weil immer noch nicht feststeht, in welchem Verhältnis der mutmaßliche Täter und die Opfer zueinander standen. Gab es überhaupt Verbindungen? Verschiedene Medien berichteten, der mutmaßliche Täter habe in einem Wohnheim für verhaltensauffällige Menschen gelebt. Er soll Medikamente genommen haben und begeisterter Sportschütze gewesen sein. Angeblich könnte er zumindest den 25-Jährigen von gemeinsamen Aktivitäten in einem Jagd- oder Schützenverein gekannt haben. Kein Kommentar, heißt es von der Staatsanwaltschaft dazu. Der 25-Jährige hat regelmäßig auf der Anlage an der Bundesstraße 107 geschossen.

Rund 300 Beamte waren nach dem Fund der Leichen im Einsatz, unterstützt von Fährtenhunden und einem Hubschrauber. Bereits einige Stunden später fahndete die Polizei nach einem Tatverdächtigen in einem Auto. Das Handy des 28-Jährigen orteten sie in einem Waldstück bei Haldensleben rund 75 Kilometer vom Tatort entfernt und fanden kurz darauf dort seine Leiche.

Auf Bildern ist zu sehen, wie der Selbstmörder neben einem Kleinwagen mit Heidelberger Kennzeichen liegt. Mehrere Medien berichteten übereinstimmend, es handle sich um einen Mietwagen. Die Polizei in Heidelberg hatte am Samstag noch keine Informationen zu möglichen Spuren nach Baden-Württemberg.


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