Drei Prignitzstädte erhalten Fördermittel

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16. Juni 2010, 09:50 Uhr

Prignitz | Alle drei Prignitzer Städte sind in das neue "Programm Stadtumbau Ost II" aufgenommen worden. Für Wittenberge bedeutet dies Kontinuität. Perleberg und Pritzwalk haben erstmals die Möglichkeit, Fördermittel für Abriss und Sanierung zu erhalten. Insgesamt werden 22 Städte aufgenommen, kündigte Minister Jörg Vogelsänger (SPD) an. Sechs Städte müssten ihre Pläne nacharbeiten, da der geplante Abriss nicht ausreiche, sagte Vogelsänger.

"Damit können wir die Innenstadtentwicklung forcieren, den Außenbereich stabilisieren", freute sich gestern Perlebergs Bürgermeister Fred Fischer. Für die Stadt sei die Aufnahme besonders bedeutsam, da sie bisher gar nicht so stark vom Einwohnerschwund betroffen sei. "In der Altstadt gibt es sogar 300 Wohnungen mehr als noch vor zehn Jahren und auch der Vermietungsstand ist höher, als vorausgesagt", so Fischer.

Dennoch habe die Kreisstadt mit ihrem Konzept überzeugen können, denn der demographische Wandel werde auch Perleberg treffen

Konkrete Maßnahmen könne er nicht nennen. Aber es gibt eine Zusammenstellung aller Gebäude, die potenziell saniert oder abgerissen werden könnten. "Das Programm versetzt uns beispielsweise in die Lage, für einen abgerissenen Neubaublock attraktive Wohnungen in der Altstadt zu sanieren, Mietern anzubieten", so Fischer.

Da Perlebergs Wohnungsgesellschaften auch in Karstädt Wohnungen besitzen, dürfe das Programm auf diese Gemeinde ausgeweitet werden. Fischer sagte: "Das Land hat betont, dies sei eine Ausnahme", die aber enorm wichtig wäre, denn in Karstädt gebe es Leerstände von 25 bis 30 Prozent. Ein kostenfreier Rückbau sei dort also besonders bedeutsam für die Wohnungsbaugesellschaften.

Im Land Brandenburg insgesamt müssen wegen des anhaltend hohen Leerstandes in den kommenden Jahren weitere 33 000 Wohnungen abgerissen werden. Trotzdem fehlen nach Schätzungen des In frastrukturministeriums bis zum 2020 für rund 160 000 Wohnungen die Mieter.

Sechs märkische Städte, die sich ebenfalls um Aufnahme in das zweite Stadtumbauprogramm beworben hatten, werden nicht unterstützt. Das sind laut Infrastrukturministerium Neuruppin, Beeskow, Herzberg (Elster), Oranienburg, Strausberg und Templin. In diesen Kommunen würden gute Entwicklungschancen gesehen, hieß es zur Begründung.

Die geplanten Kürzungen von Bundesmitteln für den Stadtumbau-Ost wertete Vogelsänger als Anschlag auf die Stadtentwicklungspolitik. Der Wegfall bedeute praktisch eine Halbierung des Stadtumbaus. Im Moment sei noch nicht klar, wie viel Geld es tatsächlich weniger geben werde. Für den Rückbau von 2010 bis 2016 waren ursprünglich 173 Millionen Euro vorgesehen. Vogelsänger sieht auch in Zeiten knapper Kassen die eindeutige Priorität beim Abriss.

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