zur Navigation springen

Drachenbootrennen drohen an "Herzogin" zu scheitern

vom

svz.de von
erstellt am 02.Jun.2010 | 07:24 Uhr

Grabow | Schäbig wie die "Herzogin Luise" mittlerweile ist, spitzt sich wegen ihr die Situation in Grabow noch mehr zu: Trotz mehrfacher Aufforderung durch die Stadt und der Zusage des Eigners, sich um einen anderen Liegeplatz zu bemühen, liegt das Fahrgastschiff im Hafen. Dadurch gerät das für den 26. Juni geplante Drachenbootrennen im Rahmen des diesjährigen Stadtfestes in Gefahr. "Wir haben vom Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg zwar die Durchführungsgenehmigung für unser Drachenbootrennen. An der hängt aber die Auflage, dass die Schiffe, zumindest die Herzogin Luise, spätestens am Veranstaltungstag weg sein muss", sagte Grabows Bürgermeister Ulrich Schult gestern gegenüber SVZ. Das WSA, davon sei auszugehen, werde ganz sicher kein Auge zudrücken, gibt er sich keinen Illusionen hin. Zu klar hätten sich die Verantwortlichen ausgedrückt: Die Herzogin bedeute unmittelbare Gefahr für die Teilnehmer der Rennen. "Zudem", ärgert sich Schult, "wäre sie ein Störfaktor. Wir erwarten zu den Rennen nicht nur die Mannschaften - im Moment 23 - sondern auch jede Menge Zuschauer." Wenn die ,Herzogin und mit ihr auch noch die ,Möwe dort liegen blieben, könne kein Mensch was von den Rennen sehen.

Und wahrscheinlich wird es genau so kommen. Wie Schiffseigner Christian Rosenkranz gestern auf telefonische Nachfrage erklärte, stehe das Fahrgastschiff nach wie vor zum Verkauf, sei aber seit längerem manövrierunfähig. "Ich werde da im Moment auch nicht einen Euro reinstecken", so der Neustädter. Auch deshalb nicht, da er noch immer keine Rückinformation von seiner Versicherung habe. Nach einer Havarie - entstanden bei lang anhaltenden Minusgraden im letzten Januar - habe die einen Gutachter mit der Schadensaufnahme beauftragt. Zahlen für die Regulierung gebe es noch nicht. Die Stadt hatte damals Strom geliefert, sonst wäre die "Luise" womöglich gesunken.

Das ist das Kuriose an der Geschichte: Wäre es damals soweit gekommen, hätte die Lauenburger Behörde tätig werden müssen, da dann tatsächlich Gefahr für den Schiffsverkehr bestanden hätte. "Durch auslaufende Betriebsmittel war aber auch eine kleine Umweltkatastrophe zu befürchten", sagt Grabows Bürgermeister. "Und an der wollten wir nicht schuld sein."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen