Dr. Motte lässt den Tunnel beben

Die wohl außergewöhnlichste Party des Jahres erlebte am Sonnabend ihre Premiere. In einer der beiden 800 Meter langen Röhren des Warnowtunnels wurde bis zum Morgen gefeiert. Die Veranstalter sind zufrieden.

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13. September 2009, 11:47 Uhr

Rostock | "Das ist wirklich eine geniale Location", sagt Matthias Roingh, allen bekannt als Dr. Motte von der Loveparade, kurz vor seinem Auftritt. Er war einer der Headliner bei der Warnowtunnelparty am Sonnabend. Die restlos ausverkaufte Veranstaltung zog tausende Musikfans 15 Meter unter die Warnow. Auf einer Tanzfläche, die sich fast durch den kompletten Tunnel zog, wurde bis in die Morgenstunden getanzt. Für das Event wurde extra eine komplette Röhre abgesperrt.

Mit altbekannten Stücken sowie unbekanten Tönen begeisterte Motte das Publikum kurz nach Mitternacht. "Meine Songs wähle ich rein intuitiv aus" erklärt Motte. "Je nach dem, wie das Publikum reagiert."

Stimmung trotz strenger AuflagenDurch die langgezogene Tanzfläche kam für viele kurzzeitig eine kleine Loveparade-Atmosphäre auf. Scheinwerfer und Laser sorgten zudem für Stimmung. "An so einem Ort könnten ruhig öfter Veranstaltungen wie diese stattfinden", meint der Electro-DJ Motte. Schade findet er nur die strengen Auflagen, die bei Events an solchen Orten herrschen.

Mit denen kämpften die Veranstalter der Agentur "Plaspo Event". Bereits seit 6 Uhr morgens waren Robert Plath und sein Team im Tunnel unterwegs, um alles vorzubereiten. "Gegen 5 Uhr wird die Musik ausgehen", so Plath. So schnell wie möglich sollten wieder beide Röhren des Tunnels befahrbar sein.

Bereits vor drei Jahren legte Motte, der Erfinder der Loveparade, in der Hansestadt auf. "Leider kann ich nicht immer überall sein", scherzt der 49-Jährige. Auch Kollegin Marusha war dem Rostocker Publikum bekannt. "Vor Jahren durfte ich auf der Stubnitz auflegen", erzählt die 42-Jährige. Nicht selten treffen sich beiden DJs auf Elekcro-Events in ganz Europa. "Zuletzt sahen wir uns auf Veranstaltungen in Rumänien und in der Schweiz", so Marusha, die mit bürgerlichem Namen Marion Gleiss heißt.

Wiederholung möglichAuch die regionalen Künstler wie Stefko Kruse und Mario Fiebiger sorgten schon am Anfang für den richtigen Klang aus der 1400 Watt Anlage. "Wir sind mit dem Verlauf zufrieden", sagt Plath im Verlauf des Abends. Es war die erste Veranstaltung in diesem Ausmaß für die Jungveranstalter. Kritik gab es Seitens der Besucher für die Sanitärenanlagen. Trotz kleiner Mängel war die Stimmung ausgelassen. "Ich bin sehr beeindruckt von der Location und würde nochmal zu einer Tunnelparty gehen", sagt Christian Böhme aus Rostock. Auch Freundin Janine Drügger ist begeistert. "Obwohl ich sonst andere Musik höre, finde ich die DJs super."

Nachdem alles überstanden ist, wollen sich die Organisatoren mit Warnowtunnelverein zusammensetzen und ein Fazit ziehen. "Bei Zufriedenheit kann man sicherlich über eine Wiederauflage nachdenken", sagt Helge Tews, Bacio Lounge.

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