Dr. Bartel will nicht mehr

Nach 20 Jahren ist Schluss: Dr. Frank Bartel erklärte seinen Rückzug bezüglich
Nach 20 Jahren ist Schluss: Dr. Frank Bartel erklärte seinen Rückzug bezüglich

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25. Februar 2010, 06:41 Uhr

Nach 20 Jahren als Teamarzt beim Fußball-Zweitligisten Hansa Rostock zieht sich Dr. Frank Bartel ab sofort Stück für Stück zurück und steigt zum Saisonende ganz aus. Am Mittwoch nach der Partie gegen Union Berlin (0:0) teilte der Mediziner seinen Entschluss der sportlichen Führung der Ostseestädter mit. Gestern Mittag informierte er die Mannschaft. "Es ist Zeit für einen Neuanfang. Ich habe schon mit Dr. Holger Strubelt gesprochen, dem ich jetzt den Staffelstab übergebe. Ich werde ab sofort nicht mehr auf der Bank sitzen", sagte der 50-Jährige exklusiv gegenüber den NNN.

Bartel, stets ein Mann ehrlicher Worte, macht aus den Gründen seiner Entscheidung kein Geheimnis: "Der Verein hat sich in der vergangenen Zeit neu aufgestellt. Dabei stimmt eben nicht alles mit meinen Vorstellungen überein, wie zum Beispiel einige Umstände der Entlassung von Trainer Andreas Zachhuber oder auch der Umgang bezüglich Stefan Beinlich." Mit dem neuen Trainerteam Thomas Finck und Marco Kostmann habe sein Rückzug hingegen nichts zu tun. "Sie sind menschlich in Ordnung und fachlich absolut kompetent", so Bartel.

Der Entschluss fiel ihm nicht leicht. "Mein Herz gehört dem FC Hansa. Er wird immer mein Verein bleiben. Daran ändert sich auch in der Zukunft nichts. Der Club hat mir unheimlich viel gegeben. Aber die Zeit ist reif, und ich kann sagen, dass ich nach der Entscheidung mit mir im Reinen bin."

Nach und nach wird sich der Arzt in den kommenden Wochen immer mehr zurückziehen. "Ich werde die Saison begleitend zu Ende bringen, so wie es sich gehört. Hansa wird zu keiner Phase im medizinischen Bereich einen Nachteil haben. Allerdings wird Dr. Strubelt alle organisatorischen und administrativen Aufgaben bezüglich Verletzungen, deren Dauer oder den Behandlungen übernehmen. Natürlich stehe ich, wenn es gewünscht ist und mit dem Trainer- und Betreuerteam abgesprochen ist, mit meinem Rat zur Seite, können die Spieler immer zu mir kommen."

Die Truppe sei schon "ein bisschen überrascht gewesen von seinem Entschluss", so Dr. Bartel, der sich von jedem Einzelnen verabschiedete. "Ich habe mich bei ihnen bedankt und gesagt, dass ich an sie glaube. Sie haben das Potenzial zu mehr."

Wenngleich der "Doci", wie er von den Kickern gerufen wird, künftig nicht nicht mehr auf der Bank mitfiebert, so wird er sich die Partien der Rostocker wohl nicht entgehen lassen. "Ich denke doch, dass ich ab und an mal eine Karte bekommen werde", so Dr. Bartel mit einem Augenzwinkern, bevor er sich in sein Auto setzte und vom Gelände der DKB-Arena fuhr.

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