Douglasien auf den Zahn gefühlt

<fettakgl>Manuela Müller (l.)</fettakgl> und Antje Hadler nehmen die stattlichen Douglasien am Parchimer Sonnenberg genau unter die Lupe.
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Manuela Müller (l.) und Antje Hadler nehmen die stattlichen Douglasien am Parchimer Sonnenberg genau unter die Lupe.

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16. November 2013, 03:08 Uhr

Parchim | Die größte Douglasie auf dem Sonnenberg ist 54 Meter hoch und der maximale Stammdurchmesser eines der prächtigen Exemplare bringt es auf 121 Zentimeter. Diese Daten, die jetzt jedermann beim Eintritt in den Stadtwald auf einer Info-Tafel ablesen kann, verdanken die Waldfreunde Studenten der Technischen Universität Dresden. Im Rahmen von inzwischen verteidigten Bachelor-Arbeiten haben drei Studenten vor zwei Jahren Europas größtes zusammenhängenden Douglasienbestand im Parchimer Stadtforst genau unter die Lupe genommen. Dabei wurde die Entwicklung der hohen, schnellwüchsigen und immergrünen Bäume, die eigentlich im Gebiet des südlichen Kanadas bis Mexiko beheimatet sind, genau erforscht. Das Fazit macht Stadtforstchef Danilo Klaus und seine Mitarbeiter ziemlich stolz. "Wir haben das Erbe des legendären Forstsenators Wilhelm Evers angetreten, der vor mehr als 100 Jahren seine nicht unumstrittene Vision eines Douglasienbestandes in die Tat umgesetzt hat", sagt der Chef. "Daraus ergibt sich für uns die Verantwortung, diesen Bestand so lange wie möglich zu erhalten", fügt Revierförster Frank Möller hinzu.

Nun sind zwei der früheren Studenten im Rahmen einer Nordtour nach Parchim zurückgekehrt. Manuela Müller, die im Vogtland aufgewachsen ist, arbeitet an der TU Dresden inzwischen an einer Doktorarbeit zum Thema "Douglasien". Antje Hadler, die in Kühlungsborn aufgewachsen ist, unterstützt sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei diesem Forschungsprojekt. Mit verschiedenen Messgeräten werden die Douglasien und deren Umfeld detailliert erfasst. Daraus können die Wissenschaftler Rückschlüsse auf das Entwicklungspotenzial der inzwischen bis zu 54 Meter hohen Bäume ziehen. "Niemand kann bislang genau voraussagen, wann die Douglasien ihren Gipfel erreicht haben. Optimale Bedingungen erfordern eine genau abgestimmte Waldpflege. Unsere Empfehlungen sollen die Forstwirte vor Ort unterstützen", meint die junge Wissenschaftlerin. Zehn bis 15 Jahre alten Douglasien legen im Jahr bis zu 40 Zentimeter an Höhe zu. Die fast 120 Jahre alten Exemplare wachsen nur noch bescheiden. "Unsere ältesten Bäume könnten der nächsten Forstgeneration durchaus erhalten bleiben", meint Danilo Klaus, der sich freut, dass durch die Zusammenarbeit mit der TU Dresden externer Sachverstand seine Arbeit unterstützt.

Die Stadtforstverwaltung muss sich aber noch zwei bis drei Jahre gedulden, bis mit Manuela Müllers Doktorarbeit ein wissenschaftlich einmaliges Dokument zum Douglasienbestand auf dem Parchimer Sonnenberg vorliegen wird.

Für die Parchimer Stadtforst geht ein insgesamt gutes Jahr zu Ende. Die Witterung hat dem Wald gut getan und die geplanten 13 500 Festmeter Holz sind längst eingeschlagen. Und selbst die Pilzsammler kamen voll auf ihre Kosten. Nun steht die Jagd im Mittelpunkt, bevor der Waldkreislauf im rund 3000 Hektar großen Stadtforst wieder beginnt.

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