Dorfparlament beruhigt Mieter

In dem großen Wohnblock in der Straße zu den Neubauten 3a-d ist der Leerstand hoch. Für diese Häuser ist der Abriss geplant. Roswitha Spöhr
In dem großen Wohnblock in der Straße zu den Neubauten 3a-d ist der Leerstand hoch. Für diese Häuser ist der Abriss geplant. Roswitha Spöhr

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23. Oktober 2010, 01:57 Uhr

Zahrensdorf | Ungewöhnlich groß war das Interesse von Einwohnern an der Gemeindevertretersitzung vorgestern Abend in Zahrensdorf. Allein acht Mieter aus den Blöcken in der Hauptstraße 4a und b waren ins Gemeindehaus gekommen. Denn das Dorfparlament wollte an diesem Abend auch über die Festlegung des Fördergebietes Stadtumbau Ost in Zahrensdorf beschließen. Diese Ankündigung in der SVZ und ein damit vielleicht einhergehender Abriss von Wohnblöcken hatte die Mieter verunsichert. So lag der Gemeindevertretung am Donnerstagabend auch ein Brief mit 15 Unterschriften vor, in dem die Mieter der Wohnungen in der Hauptstraße 4a und 4b ihren gewählten Kommunalvertretern mitteilten, dass die beiden Wohnblöcke bis auf eine Wohnung belegt seien und die freie demnächst auch wieder vermietet sein werde. "Wir wollen Zahrensdorf nicht verlassen", machen die Mieter deutlich und fordern ihr Dorfparlament auf, sie dabei zu unterstützen.

Bürgermeister Alfred Nuklies versuchte zu beruhigen. Mecklenburg-Vorpommern zahle derzeit noch Fördermittel für den Rückbau von Mietwohnungen. "Wenn wir ein Fördergebiet Stadtumbau Ost festlegen, dann für alle Mietwohnungen. Wie die Fördermittel dann genutzt werden, entscheiden die Zeit und der jeweilige Eigentümer", erklärte Nuklies.

Die Sternberger Wohnungsbaugesellschaft (Stewo) ist Eigentümerin der Wohnblöcke in Zahrensdorf in der Straße zu den Neubauten 3 a-d und in der Hauptstraße 4a und b. Die Gemeinde ist Anteilseigner der Stewo und müsse damit auch ein Interesse daran haben, dass das Unternehmen wirtschaftlich rentabel ist, machte Hannelore Toparkus aus der Sternberger Kämmerei deutlich. "Es wird kein Abriss erfolgen, nur weil Fördermittel beantragt wurden", sagte sie.

"Wir machen es uns nicht leicht", meinte denn auch Gemeindevertreterin Dörte Brinckmann. Deshalb habe es im Vorfeld auch ein Gespräch mit der Stewo-Geschäftsführerin gegeben. Nuklies zählte auf: Nach Aussage der Stewo sei der große Block in der Straße zu den Neubauten unrentabel. Der Leerstand sei hoch und die Klärgrube auf fremden Eigentum dürfe nicht weiter genutzt werden. Es müsste also eine neue gebaut werden. "Die Mieter in dem großen Block werden von der Stewo die Kündigung erhalten und ein neues Wohnungsangebot bekommen", wusste er. Der Bürgermeister erklärte aber ebenso: "Wenn der kleine Block (Hauptstraße 4a und b, die Red.) voll belegt ist, gibt es keine Veranlassung, ihn platt zu machen".

Ganz beruhigen konnte er die Mieter trotzdem nicht. "Wir erwarten, dass die Gemeinde hinter uns steht", sprach Alfred Sigmund aus, was auch die anderen auf den Zuhörerstühlen bewegte.

"Wir werden, solange es vertretbar ist, alles tun für den Erhalt des kleinen Wohnblocks. Wir haben auch versucht, für den anderen Block zu kämpfen", so Alfred Nuklies, der dafür die Zustimmung der anderen fünf anwesenden Gemeindevertreter bekam.

Das Dorfparlament fasste dann einstimmig den Beschluss zur Festlegung des Fördergebietes "Stadtumbau Ost". Es umfasst die Flächen des Geschosswohnungsbaus in Zahrensdorf Straße zu den Neubauten 3a-d, Hauptstraße 4a und b sowie Straße zu den Neubauten 1.

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